Höhlenrettung

Rettungsübung im Schrägschacht; Foto: A. Maier/Höhlenrettung BaWü

– ein unverzichtbarer Begleiter der Höhlenforschung

Ein trockenes „Knack“ und schon ist der Knöchel durch. Zu Hause würde man sich jetzt einfach hinsetzen und den Rettungsdienst rufen. Binnen einer halben Stunde wäre man in der Klinik, umsorgt von guten Geistern und auf dem Wege der Besserung.

Ganz anders in der Höhle. Glück hat, wer jetzt in einer Gruppe unterwegs ist. Einer kann Hilfe holen, einer kann beim Verletzten bleiben. Während der Verletzte nun bestmöglich und den widrigen Umständen entsprechend von den Kameraden versorgt werden sollte, läuft vor der Höhle eine eingespielte Maschinerie an.

Über die Notrufnummer bei der entsprechenden Rettungsleitstelle werden die Einsatzleiter einer der beiden Höhlenrettungsorganisationen im Land informiert. In Baden-Württemberg ist über die 112 und die Anforderung „Höhlenrettung benachrichtigen“ überall kompetente Hilfe zu erhalten. Je nach Alarmierung setzen sich Kräfte der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. oder der Malteser Höhlenrettung in Marsch und versuchen schnellstmöglich mit Vorstoßtrupps zum Verletzten zu gelangen. Dies kann jedoch – und dies muss jedem Höhlengeher bewusst sein – je nach Lage des Verletzten in der Höhle bis zu mehreren Stunden dauern. Wird der Höhlengeher nur vermisst und weiß man nichts oder nur wenig über seinen Aufenthaltsort, können mitunter Tage vergehen, bis er gefunden ist.

Kommunikation ist entscheidend bei einer Höhlenrettung; Foto: A. Maier/Höhlenrettung BaWü

Während die Helfer der Höhlenrettungen zum Verunglückten vorstoßen, wird draußen vor der Höhle eine Einsatzleitinfrastruktur aufgebaut um einen evtl. langwierigen Transport zu organisieren. Selbst ein „harmloser“ Knöchelbruch kann schlimme Folgen haben, wenn der Patient auf Grund seiner Immobilität noch eine Unterkühlung erwirbt. Die psychische Belastung tut ihr Übriges zur Verschlechterung der Situation.

Je nach Lage werden tauchende Höhlenretter, Ärzte oder Seiltechniker zum Einsatz kommen und es wird einige Zeit vergehen, ehe der Verletzte stabilisiert und bereit zum Abtransport ist. Telekommunikation zum Unfallort in der Höhle muss aufgebaut, Siphone gesichert und Schächte rettungstechnisch mit Seilen ausgebaut werden. Alles in allem ein personalintensives Unterfangen. Ein normaler Tragentransport ohne besondere Schwierigkeiten verschleißt rund sechs Retter pro 100-200 Meter Höhlenstrecke.

Höhlenrettungen ziehen sich oftmals über viele Stunden und sogar mehrere Tage hin.

Gerade da auch der finanzielle Aufwand schwer abzuschätzen ist, sei jedem Höhlengeher dringend der Abschluss einer ausreichend hohen Bergekostenversicherung ans Herz gelegt.

Wer mehr über das Thema Höhlenrettung wissen oder sich gar engagieren möchte, dem seien folgende Homepages ans Herz gelegt:

Weitere Infos hier auf der Arge-Homepage beim Mitgliederschutz

Bundesweit:
Höhlenrettungsverbund Deutschland

In Baden-Württemberg: 
Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V.
Malteser Höhlenrettung

Sendung Terra Xpress über eine (gestellte) Höhlenrettung in der Falkensteiner Höhle, 28.10.2012 beim ZDF

[Alexander Maier, Stand: 11/2012]