Höhlen sicher befahren

Sie interessieren sich für Höhlen ? Sie kennen eine Höhle und möchten diese auf eigene Faust erkunden ?

Vor einer Höhlenbegehung sind jedoch einige grundlegende Dinge zu beachten. Im Prinzip gilt: Man sollte stets auf die typischen Gefahren einer Höhle vorbereitet sein !

  • Dunkelheit
  • Kälte
  • Nässe
  • Engstellen
  • Kräftezehrendes und unübersichtliches Gelände
  • Steinschlag- und Sturzgefahr
  • Hochwassergefahr

Unumgänglich sind daher an Ausrüstung:

  • warme (Unter-)Kleidung, mehrschichtig, im besten Fall von einem Overall zusammengehalten, empfehlenswert: Knieschoner
  • in Wasserhöhlen: Neoprenanzug, Neoprenfüßlinge und Neoprenhandschuhe, ggf. Neoprenhaube
  • feste, mindestens knöchelhohe Schuhe (Gummistiefel oder Berg- bzw. Arbeitsstiefel), in die man auch mit Neoprensocken reinpasst
  • Gürtel zur Taillierung der Kleidung (nützlich in Engstellen und zur Befestigung von Ausrüstungsteilen)
  • Helm (Bauhelm mit Kinnriemen, besser Kletterhelm, zur Not auch Fahrradhelm)
  • Mindestens zwei voneinander unabhängige und nicht bauartgleiche, wasserdichte Elektrolampen (pro Person !), am besten Stirnlampe und Handlampe mit frischen Batterien/Akkus, günstig: LED-Technik
  • Wenn keine Wasserhöhle: feste Arbeitshandschuhe aus Leder oder Kunststoff/Gummi
  • Wechselkleidung für nach der Tour
  • Ein aktueller Höhlenplan, falls vorhanden und falls die Höhle verzweigt ist.
  • Eine wasserdichte Tasche oder Tonne mit Verbandsmaterial, Rettungsdecken, einer Notration Essen und Ersatzbatterien/-akkus.
  • Schachthöhlen erfordern spezielle Seil- und Gurtausrüstung deren Umgang man lange vor der Höhlentour üben und sicher beherrschen sollte.

Vorbereitung:

  • Infos über die Höhle einholen (z.B. Verschlusszeiten, Genehmigungspflichten, Schwierigkeitsgrad, besondere Ausrüstung). Dabei kann das Internet oft hilfreich sein.
  • Besonders bei wasserführenden Höhlen: Wetterlage beachten, nur bei stabilem, trockenem Wetter in die Höhle gehen
  • Der wichtigste Punkt in der Vorbereitung: Stets einer zuverlässigen Person hinterlassen, wo man genau hin will, mit wieviel Personen man unterwegs ist und wann man spätestens wieder zurück sein möchte.  Diese Person sollte für den Fall einer verspäteten Rückkehr die Nummer der Höhlenrettung kennen und diese frühzeitig informieren.
    Für Baden-Württemberg:
    Höhlenrettung Baden-Württemberg: Notruf: 07153/19222,  www.hoehlenrettung-bw.de oder
    Malteser Höhlenrettung: Notruf: 07161/19222, www.hoehlenrettung.de

Während der Tour:

  • Achten Sie auf ihre Kraftreserven – Sie müssen meist den ganzen Weg wieder zurück.
  • Achten Sie auf  Höhlengewässer. Scheint das Wasser zu steigen, gilt es, einen sicheren Platz aufzusuchen.
  • Achten Sie auf Abzweigungen, sie mussen diese beim Rückweg wiederfinden. Ggf. Steinmännchen zur Markierung bauen
  • Achten Sie auf ihre Kameraden. Frieren diese oder fühlen sich nicht wohl, kehren Sie ggf. um.

Wenn Sie die oben genannten Regeln beachten werden Sie viel Freude an Ihren Höhlenbegehungen haben und bald viel Erfahrungen sammeln können. Die wichtigste allgemeine Empfehlung sei zum Schluss noch gesagt: Höhlen sollte man nie unter- und sich selbst nie überschätzen !

[Alexander Maier, Stand: 12/2010]