Falki – Neuland 2018

Arndt Karger im Neuland bei der Erstbefahrung, Foto: Markus Schüssler

Arndt Karger im Neuland bei der Erstbefahrung; Foto: Markus Schüssler

Zusammenfassung:
Forscher der Arge Grabenstetten konnten zwischen Mitte Juli und Mitte September 2018 im Bereich des Fuchsbaus in der Falkensteiner Höhle einen über 200 Meter langen Seitengang finden und erforschen. Der Seitengang ist von wechselnder Größe und Raumform, insgesamt jedoch deutlich kleiner als der Hauptgang der Falkensteiner Höhle. Es wurde ein Gerinne entdeckt, das der Falkensteiner Höhle zufließt. Der Seitengang verläuft in Richtung Osten und ist noch nicht zu Ende erforscht. Ein kräftiger Luftzug ist vorhanden, die Forschungen gehen weiter. Der Zustieg zu diesem neuen Teil ist bis auf weiteres verschlossen, da er teilweise sehr eng ist und für nicht geübte Höhlengeher gefährlich werden kann.

Die neuen Entdeckungen werden am Gästeabend (10. November 2018, 19 Uhr, Falkensteinhalle, Grabenstetten) der allgemeinen Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Markus Schüssler im Neuland, doch recht lehmig, Foto: Markus Schüssler

Robin Schüssler im Neuland, doch recht lehmig; Foto: Markus Schüssler

Mitte Juli 2018 gelang es einem Team der Arge Grabenstetten, in der Falkensteiner Höhle (zwischen Grabenstetten und Bad Urach) einen Zustieg in neuen Teile zu entdecken. Markus und Robin Schüssler, Arndt Karger und Julius Krause fanden im Bereich des Fuchsbaus eine Stelle, wo der Lehm an den Wänden aufgrund der langen Trockenheit abgesackt ist und einen Spalt zwischen Lehm und der Felsdecke freigegeben hat. Aus diesem Spalt zog starker Luftzug, klares Zeichen für eine Fortsetzung. Das Hindernis war schnell beseitigt und die Forscher konnten eine erste Neuland-Passage mit 20 Metern aufrecht begehen. Anfang August gelang es dann, die anschließende Engstelle zu bezwingen. Ein etwa 50 Meter langer, sehr enger Abschnitt folgte, zwei Kammern zwischendurch erleichterten die Befahrung etwas. Der allgegenwärtige Lehm erschwert die Befahrung sehr. In der zweiten Kammer dann war Wasserplätschern zu hören: Über eine etwa 3 Meter tiefe Röhre wurde ein schmaler Canyon erreicht, in dem ein kleiner Bach von Nordosten nach Südwesten floss. 

In zahlreichen weiteren Touren seit Ende August wurden diese Passagen vermessen und dokumentiert. Es wurde festgestellt, dass der abwärts fließende Teil des Canyonbachs in einem Siphon endet. Es ist somit wahrscheinlich, dass dieser Bach im Lehmwandseitengang wieder erscheint; dieser endet in einem Siphon, der aufgrund einer Unterwasser-Engstelle nicht weiter befahren werden kann. Der andere Ast des Canyons zieht nach Nordost-Ost und konnte einige weitere 10er-Meter erforscht werden. Er ist stellenweise sehr eng und nur für wirklich schlanke Höhlenforscher erreichbar. Schließlich endet er an einer Engstelle, jedoch quillt das Wasser hier hervor. Der Luftzug kommt aus einem trockenen Seitengang, der aktuelle Forschungsendpunkt ist nach weiteren Engstellen erreicht, es wird zuletzt wieder etwas größer und geht weiter. 

Der Zustieg zu diesem neuen Teil ist bis auf weiteres verschlossen (Genehmigung durch die Gemeinde Grabenstetten), da er teilweise sehr eng ist. Für nicht geübte Höhlengeher kann dies schnell gefährlich werden kann. Die neuen Entdeckungen werden mit Plan, Bildern und Film am Gästeabend der Arge Grabenstetten (10. November 2018, Beginn 19 Uhr, 18 Uhr Saalöffnung, Falkensteinhalle, Grabenstetten) der allgemeinen Öffentlichkeit vorgestellt.

Nach dem Gästeabend ist dieser Beitrag im SWR gelaufen.

Udo Wieczorek beim Wassercanyon-Schlufen; Foto: Markus Schüssler

Udo Wieczorek beim Wassercanyon-Schlufen; Foto: Markus Schüssler