Falki – Neuland 2015

Nachfolgend ein sehr lesenswerter (leicht gekürzter) Bericht zu den Neulandforschungen in der Falki 2015 von Sven Hübel, veröffentlicht bereits im Jahresheft 2015.

Die Falki lebt!

Lange galt die Falkensteiner Höhle (Falki) als ausgeforscht, ausgelutscht. „Da gibt’s kein Neuland mehr! Nix mehr zu forschen“, hört man aus aller Munde.

Da dachten wir, Simon und Jürgen Hilzinger, Tewje Mehner und ich: Das kann nicht sein! Da gibt es doch bestimmt interessante Sachen zu finden. Eigentlich brachte uns ein Vorschlag unseres Vereinsmitgliedes Hans Sibbert darauf, in der Falki doch wieder die Forschung aufzunehmen. Da der Lehmwandseitengang, von dem er uns berichtete, eventuell mit dem Ebrö eine doch wichtige Rolle spielen könnte.

Eines Tages legten wir also los! Mit einer Eimeraktion im Lehmwandseitengang begann dann alles. Es wurde geeimert und geeimert, bis wir einen Siphon öffnen konnten und gleich wieder auf einen zweiten Siphon gestoßen sind und erkannten, dass dieser momentan den Endpunkt vom Lehmwandseitengang darstellt. Es sind die kleinen Dinge, die einen begeistern.

Sven im Zustieg zur Skyline; Foto: Sven Hübel

Sven im Zustieg zur Skyline; Foto: Sven Hübel

Auf einer Tour zur Hohen Kluft standen wir kurz vor dem Seepferdchen. Dort geht ein Seitengang vom Hauptgang ab, der sogenannte Schlangengang. Tewje meinte: „Sven, schau dir diesen Gang doch mal an.“ Dies ließ ich mir nicht zwei Mal sagen, schwuppdiwupp verschwand ich in dem Gang. Katharina Bitzer, die mit von der Partie war, kam gleich hinterher. Schließlich kamen wir in einem kleinen Kämmerchen an. Weiter ging es nicht. Es war nur ein faustgroßes Löchlein zu sehen. Dahinter sah es wieder deutlich größer aus. Also wieder zurück zum Hauptgang, wo die anderen warteten. Weiter ging es bis Siphon 4, um dort ein gemütliches Picknick zu veranstalten. Dort berichtete ich beim gemütlichen Zusammensitzen die Situation am Ende des Schlangenganges. Für mich war klar: da muss ich durch! Es konnten nur Simon und Jürgen dafür begeistert werden, sich dort durchzuzwängen. Man muss dazu sagen, der Schlangengang ist wirklich eng.

Katharina in der Skyline; Foto: Sven Hübel

Katharina in der Skyline; Foto: Sven Hübel

Die Fledermausschutzzeit war vorbei. Somit ging es dann am 1. April 2015 endlich los. Simon, Jürgen und ich bewaffneten uns mit sämtlichen Materialien, um dieses faustgroße Loch zu bezwingen. Schließlich am Abzweig vom Schlangengang angekommen machten wir zuerst Rast. Nur Jürgen nicht, er packte sofort das benötigte Material ein und begab sich in den Kampf. Er kroch bis zum Kämmerchen und legte sofort los. Ich folgte ihm, dicht hinter mir Simon, ihm war es jedoch zu eng und er kehrte wieder um. Nach etwa zwei Stunden haben wir das Loch gefügig gemacht. Ich konnte gerade so mit Ach und Krach durchschlupfen. Schwuppdiwupp stand bzw. lag ich im Neuland. Nur noch kurz um die Ecke schauen, nicht dass gleich das Ende greifbar ist. Ich wartete derweil auf Jürgen, der beschäftigt war, sich durch die wirklich sehr enge Stelle zu zwängen. Durchgeschlüpft! Los ging´s! Die erste Ecke, die zweite Ecke, es nahm kein Ende. Nur noch schnell ein paar Fotos knipsen und zurück zu Simon, der die ganze Zeit draußen im Hauptgang gewartet hat.

Wir waren überwältigt. Neuland in der Falki ist der Hammer. Wir zeigten Simon gleich die Bilder. Dann noch eine kurze Pause und Material wieder zusammenpacken und zurück Richtung Ausgang durch Eiseleversturz, Siphon 3 und 2 und 1 – draußen waren wir. Wir konnten es immer noch nicht fassen, dass wir richtiges Neuland gefunden haben.

Am gleichen Abend ging noch eine E-Mail an den Grabimailer von mir raus: Neuland in der Falki!!

Man bedenke, es war der 1. April und der Großteil wollte es nicht glauben, dass dort wirklich Neuland gefunden wurde. Sie hielten es fast alle für einen Aprilscherz. Ich lud zur kommenden MV ein und stellte dort die Schnappschüsse, die wir gemacht haben, vor. Es war viel Begeisterung im Raum, endlich mal wieder etwas Neues in der Höhle vor unserer Haustüre.

Im Scheißhaus; Foto: Sven Hübel

Im Scheißhaus; Foto: Sven Hübel

Dieser Abschnitt musste natürlich auch vermessen werden. Irgendwann kurz vor Pfingsten ging dann die vierköpfige Truppe bestehend aus Simon, Jürgen, Tewje und mir früh morgens los. Ziel von Simon und Tewje war jedoch nicht das Vermessen des neuen Gangabschnittes, sondern das Durchtauchen von Siphon 4. Während Jürgen und ich losgelegt hatten mit Vermessen, machten sich die beiden anderen auf den Weiterweg nach hinten zum Tauchen. Das Vermessen und Zeichnen stellte sich dann als eine größere Herausforderung dar als zuvor angenommen. Es war so eng und die Gangabschnitte waren teilweise halb mit Wasser gefüllt, sodass nicht richtig gemessen und gezeichnet werden konnte. Aber wir haben es dann doch geschafft. Vorbei an schönem Tropfsteinschmuck über Schotter und durch Wasser stand man irgendwann in einem kluftartigen Abschnitt, den wir Skyline Grabenstetten nannten. Dort ziehen drei Schlote nach oben, die aber total zu sind. Nach wenigen Metern zwang die Decke einen wieder auf die Knie und schließlich auf den Bauch. Wir krochen ein paar Meter weiter und kamen an einem Siphon an. Endstation. Vor dem Siphon liegt auf einer Lehmbank ein großes Stück Klopapier herum. Der Siphon wurde deshalb auf den Namen Scheißhaus getauft. Zurück zur Skyline, dort hinsitzen und den Plan fertig zeichnen. Alles einpacken und raus zum Hauptgang. An der fiesen, sehr engen Stelle nochmal alle Kraft sammeln und sich durchquetschen in das Kämmerchen. Wir beschließen diese Stelle mit dem Namen Aprilscherz zu taufen.

Am Hauptgang erwarteten Simon und Tewje uns schon sehnsüchtig. Wir konnten berichten, dass wir ca. 55 Meter Neuland vermessen haben. Wir jubelten und freuten uns total. Diesen Erfolg feierten wir dann zurück an der Erdoberfläche noch mit Pizza, Cola und Bier.

Fazit: Die Falkensteiner Höhle ist noch lange nicht ausgeforscht.