Büchelbrunner Bröller

Hochwasser am Büchelbrunner Bröller, Februar 1987; Foto: T. Müller

Neben der Falkensteiner Höhle und dem Elsachbröller gehört noch eine dritte Höhle zum Komplex der Grabenstetter Großhöhle: der Büchelbrunner Bröller. Mit einer Länge von 430 Metern ist diese Höhle zwar die kürzeste, aber mit zahlreichen Siphons und Engstellen auf der ganzen Länge auch die für den normalen Höhlenbegeher unerreichbarste der drei Höhlen.

Der Bröller liegt am Ende des Büchelbrunner Tals, das auf der Höhe des Pfählhofs im Elsachtal Richtung Südosten abzweigt. Der Eingang liegt nur wenige Meter vom Waldweg entfernt auf Talniveau. Bei Schneeschmelze oder Dauerregen steigt das Wasser in der Höhle und bricht mit Getöse aus dem Eingang hervor. Aber auch bei normaler Wetterlage kann man nur circa 30 Meter in die Höhle eindringen: der erste Siphon versperrt dann den Weiterweg.

Nach dem ersten Siphon folgt sofort der zweite, welcher in die erstaunlich große und mit Lehm ausgekleidete „Trichterhalle“ mündet, die mühsam erklettert werden muß. Nach einem kurzen Gangsstück steht man in der „Halle-Luia“, dem größten Raum der Höhle. Diese würfelförmige Halle mit circa zehn Meter Kantenlänge weist filigrane Lehmformationen am Boden auf. Das nachfolgende „Freibad“ zwingt zu einem kurzen Gang durch knietiefes Wasser, bevor man vor einer hohen Kluftwand steht, die nur mühsam erklettert werden kann und dann in gefährlichen Verstürzen endet.

Kurz vor der Kluftwand zweigt rechts am Boden der dritte Siphon ab. Dieser ist nur wenige Meter lang, dafür aber eng und versturzgefährdet. In der anschließenden „Wasserschloßhalle“ ist der Gang durch eine Verwerfung abgeschert worden. Die nun folgende 60 Meter lange Gangstrecke erinnert ein wenig an die Falkensteiner Höhle: am Boden fließt ein kleiner Bach, der sich in den überall vorhandenen Lehm eingeschnitten hat. Den Abschluß dieses Gangteils bildet der vierte Siphon, welcher aufgrund seiner Enge und verschlammten Stellen auch „Maulwurfsiphon“ genannt wird. Nach Passieren dieser 65 Meter langen Unterwasserstrecke wird wieder der Bachgang erreicht, welcher ähnlich dem vorherigen Gangstück ist und am fünften oder „Trichtersiphon“ endet. Dieser ist auch 65 Meter lang, führt aber in eine Tiefe von 25 Meter und bildet damit die tiefste Unterwasserstrecke am Nordrand der Alb.

Der „Trichtersiphon“ bildet das gegenwärtige Ende des erforschten Teiles dar, aber es geht weiter. Da der Zugang jedoch einen extremen Aufwand erfordert und nur wenige Höhlentaucher dazu in der Lage sind, wurden bisher noch keine weiteren Vorstöße unternommen. Für Ungeübte ist diese Höhle mit ihren schwierigen Unterwasserstrecken lebensgefährlich!

Bereits in den sechziger und siebziger Jahren wurden Tauchvorstöße in dieser Höhle durchgeführt. Sie fanden jedoch ihr Ende vor einem Versturz im zweiten Siphon. Dieser Versturz konnte 1978 bei einer Pumpaktion der Arge Berg, Stuttgart, beseitigt und die Höhle dann bis zum dritten Siphon erforscht werden. Bei einer weiteren Pumpaktion 1979 der Arge Berg konnte bis zum vierten Siphon vorgestoßen werden.

Die weiteren Vorstöße wurden von Höhlentauchern durchgeführt, da weitergehende Pumpaktionen zu aufwendig gewesen wären. Hier war es vor allem Josef Schneider, der 1982/83 bis zum jetzt bekannten Endpunkt der Höhle vorstoßen konnte. Nach ihm gelangten nur noch wenige Höhlentaucher in die tagfernen Teile des Bröllers.

Hochwasser am Büchelbrunner Bröller, gefilmt von J. Fodor.

[Stand: 01/2011]