Gustav-Jakob-Höhle

Die Gustav-Jakob-Höhle (genannt „Gustl“) durchbricht den Bergsporn unterhalb der Ruine Hofen bei Grabenstetten. Sie ist die längste Durchgangshöhle der Schwäbischen Alb. Die Gustl liegt ca. 500 m östlich von Grabenstetten. Von der Raiffeisenbank führt der Hofener Weg zur ehemaligen Kläranlage, wo nach der Umzäunung Parkmöglichkeiten bestehen. Von dort führt ein Fußweg zur Höhle. Rechts von der Ruine Hofen führt ein Serpentinenweg (kein offizieller Wanderweg) zur Höhle. Das Befahren der Höhle ist ungefährlicher als der Weg zur Höhle, da dieser Serpentinenweg an einem Steilhang ist und bei feuchtem Wetter sehr glitschig (!) sein kann.

Beschreibung

Der Hauptgang der Gustl ist 210 m lang. Dieser ist eng, schmal und häufig sehr niedrig, sodass man sich an manchen Stellen durchquetschen muss, viele Stellen sind nur schlufbar (= auf allen Vieren kriechen). Die Höhle ist keine aktive Höhle, es fließt kein Bach in dieser Höhle wie in der Falkensteiner Höhle. Aber die Höhle ist feucht und somit der Boden an vielen Stellen rutschig.

Die Höhle weist sehr viel Kleinformen von Sinterschmuck (Tropfsteine) auf, aber auch massige Versinterungen in der Halle, die nach ca. 60 m vom Eingang erreicht wird. Hier ist kein blanker Fels auszumachen, da die Decke und die Wände total versintert sind. Diese Stelle ist einer der wenigen Plätze, an der eine Gruppe zusammenstehen kann. Sonst wird die Höhle wegen ihrer Enge immer im ‚Gänsemarsch’ befahren.

Es ist lohnenswert, immer wieder innezuhalten, um mit der Taschenlampe die Kleinformen an der Decke und an den Wänden zu betrachten oder im Eingangsbereich die Höhe der Höhle mit ihren Deckenkolken (rundliche Auswaschungen) auf sich wirken zu lassen.

Die Höhle weist einige Nebengänge auf, die nur von erfahrenen Höhlenforschern begangen werden sollten.

Der Ausgang ist sehr eng und verlangt von korpulenten Erwachsenen Wändigkeit. Von dort ist an einer Betonwand eine Leiter zu erkennen, an der der Rückweg zum Parkplatz angetreten werden kann.

Ausrüstung: unempfindliche Kleidung, feste Schuhe, Helm, funktionierende Taschenlampe, Handschuhe.

Die Höhle wird zum Schutz überwinternder Tiere im Winterhalbjahr mit einem Gittertor verschlossen.

Geschichtliches

Die Gustl war wohl Teil der Grabenstettener Sage, dass ein unterirdischer Gang von der Kirche zur Ruine Hofen führt. Im Jahr 1936 wurde die Höhle durch die beiden Gemeindearbeiter GUSTAV Fetzer und JAKOB Kazmaier entdeckt und später nach ihnen benannt. Die engsten Höhlenteile wurden in der damaligen Zeit künstlich erweitert, sodass ein Durchkommen möglich war. Bereits 1942 wurde die Höhle von Holl und Köngeter vermessen. Eine genaue Vermessung mit Erstellung eines Höhlenplans erfolgte in den Jahren 1976 bis 1978 durch Höhlenforscher der Höhlenforschergruppe Kirchheim.

[Christoph Gruner, Stand: 1/2011]

Zu diesem Thema gibt es in unseren Publikationen folgende Beiträge:
Jahresheft 2014, Matthias Martin, Robert van Geldern, Manfred Brenner: Untersuchungen zur Herkunft des Kohlendioxids in der Gustav-Jakobs-Höhle
Jahresheft 1997/98, Walter Albrecht: Die Mahlberghöhle (7422/156)