Bestens besuchter Gästeabend in der Falkensteinhalle

Das Interesse am neuen Detailplan der Falkensteiner Höhle war groß. Foto: Michael Rahnefeld




GRABENSTETTEN (ra). An Gästen mangelte es nicht: Rund 350 Höhleninteressierte gingen am Samstagabend in der Falkensteinhalle zu Grabenstetten mit auf eine virtuelle Reise in die „fantastische Unterwelt der Alb“.

Strahlende Gesichter bei den Veranstaltern: Die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Höhle und Karst Grabenstetten hatte zum Gäste- und Informationsabend geladen, und weit über 300 Besucher waren dieser Einladung gefolgt. Lag es an den gut gewählten Themen oder wächst das Interesse an der Höhlenkunde in der Region? Den Arge-Mitgliedern war dies am Samstagabend zunächst egal, sie konnten wieder mit einigen „Schmankerln“ aufwarten, für die sich das naturverbundene Publikum begeistern ließ.

Höhepunkt des Abends war zweifelsohne eine „Forschungsreise“ durch die Hessenhauhöhle, deren Eingang eine etwa zwei Kilometer südlich von Berghülen gelegene Doline bildet.

Nach Entdeckung eines auffälligen Luftzuges im Mai 2005 gruben hier seit Januar 2006 Höhlenforscher der Arbeitsgemeinschaft Blaukarst einen 130 Meter tiefen Schacht aus, um schließlich Ende März 2011 den Zustieg zu einem bis dahin unbekannten Höhlenfluss freizulegen, berichtete Jens Freigang. Die Arbeitsgemeinschaft Blaukarst ist ein Verbund von 60 Mitgliedern aus vier Höhlenvereinen, darunter der Arge Grabenstetten. Die Hessenhauhöhle ist mittlerweile nicht nur die tiefste Höhle der Alb, mit 2444 Metern vermessener Gänge zählt sie auch zu den größeren Karstobjekten. Und welche Dimensionen dabei die Hallen und Flussläufe annehmen, das zeigte in eindrucksvollen Aufnahmen ein Film von Uwe Krüger, der durch prächtige Bilder von Andreas Schober und Wieland Scheuerle ergänzt wurde.

Diese virtuellen Reise machte auch die Mühsal deutlich, der die Forscher unterliegen, wenn sie in das System hinabsteigen, um dann in 130 Meter Tiefe Schlote zu erkunden oder Siphons zu durchtauchen, um mögliche Fortsetzungen in Richtung Blauhöhlensystem zu finden. Innerhalb weniger Wochen, so erklärten die Forscher am Samstag,  konnte der gefundene und als „Nordblau“ benannte Fluss auf fast einen Kilometer Länge erforscht werden. Der Flusstunnel ist bis zu 20 Meter breit und hoch und weist stellenweise traumhaften Sinterschmuck auf, was mit den Bildern belegt wurde. Film und Bilder veranschaulichten zudem, dass die Forschungen sicher noch Monate und Jahre andauern, bis die „Nordblau“ dann vielleicht doch ein Teil des Blauhöhlensystems wird und weiter Richtung Laichingen verfolgt werden kann.

Vor diesem Einblick in die „wundervolle Unterwelt der Schwäbischen Alb“ hatte Arge-Vorsitzender Fritz Mammel ganz kurz den neuen Detailplan und Höhlenatlas zur Falkensteiner Höhle vorgestellt, der auch an den Hallenwänden ausgestellt war und auf riesiges Interesse stieß. Maximal 300 Exemplare werde es davon geben, das Werk kann über die Arge Grabenstetten gekauft werden.

Den Auftakt zum Abend hatte die Höhlen-Arbeitsgemeinschaft (AG) des Technischen Gymnasiums aus Tübingen gestaltet, die seit vielen Jahren auf der Alb Projekte zur Höhlenforschung bearbeitet. Im Mittelpunkt steht dabei die Falkensteiner Höhle. Regelmäßig werden hier Wasserproben entnommen, die auf den Gehalt an Ionen untersucht werden. Auch die Wasserstände und das Gestein der Falkensteiner Höhle wurden bereits ausgiebig erforscht, was die Schüler am Samstagabend anhand von Tabellen, Kurven und Diagrammen demonstrierten. Besonders bemerkenswert:  Die Höhlen AG nahm mit drei Gruppen sehr erfolgreich beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ in Sindelfingen teil, es folgte beim Landeswettbewerb in Stuttgart ein erster Platz und ein dritter Platz beim Bundeswettbewerb in Kiel.

Info

www.hoehlenag.de

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