Neuforschung in der Hessenhauhöhle: Über- und Unterwasser

In einer Pressemitteilung vom 30. August 2011 teilt die Arge Blaukarst mit, dass aus Effizienz- und Sicherheitsgründen am vergangenen Wochenende ein Biwak in der Höhle installiert und für die erste Übernachtung im Rahmen einer 30-stündigen Tour genutzt wurde.

Unterwasser:
Ein Team konnte am Samstag den Spaghettisiphon auf 35 m Gesamtlänge vermessen und das Leinenende im Lehmhang auf der anderen Seite fixieren. Nach einem kurzen Halbsiphon setzt sich der Gang weiter fort, es mündet ein noch nicht erkundeter Seitengang ein.
Am Sonntag wurde dann mit der Betauchung und Ausleinung des Richtung Blauhöhlensystems ziehenden Säulensiphons begonnen. Das Ende des Siphons konnte noch nicht erreicht werden. Die Arbeiten gestalten sich aufgrund der schlechten Unterwassersicht im flussabwärts gelegenen Siphon recht schwierig.

Überwasser:
Ein anderes Team forschte zeitgleich im Blaubach weiter. Nach einigen unangenehmen Engstellen und Halbsiphonen standen die Forscher plötzlich in einem 2-4 m breiten Bachstollen mit zum Teil wunderschöner Versinterung. Der Gang erinnert vom Charakter her stellenweise an die Falkensteiner Höhle. Nachdem 98 m Ganglänge vermessen worden waren wurde in einer etwa 10 m breiten Halle umgedreht. Der Gang setzt sich Richtung WSW weiter fort.
Ausserdem wurde ein Richtung Süden ziehender Seitengang entdeckt, der vermutlich als Hochwasserabfluss fungiert und den die Forscher aufgrund der charakteristischen Versinterungen Knöpfchensintergang nannten. Die weitere Erforschung steht noch aus.

Durch die aktuelle Tour hat sich die Gesamtlänge der Hessenhauhöhle auf 1824 m erhöht.

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