Blaubeuren den sanften Höhlentourismus empfohlen

Dr. Wilfried Rosendahl; Foto: M. Rahnefeld

BLAUBEUREN Blaubeuren (Alb-Dobnau-Kreis) sollte den Mythos des Blauhöhlensystems pflegen und Besuchern nur einen kleinen Einblick gewähren, rät der Experte Wilfried Rosendahl. Joachim Striebel beichtete darüber in der Südwest Presse Ulm (SWP).

Sollen Teile des gut sieben Kilometer langen Blauhöhlensystems für Besucher zugänglich gemacht werden? Während Befürworter sagen, dass die Schönheiten der Unterwelt nicht den Forschern und Wissenschaftlern vorbehalten bleiben sollen, führen Gegner den Höhlenschutz ins Feld und verweisen darauf, dass es auf der Schwäbischen Alb schon genügend Schauhöhlen gebe, heißt es im SWP-Bericht. Der Höhlenexperte Wilfried Rosendahl scheint die gegensätzlichen Positionen vereinen zu wollen, die auch schon in der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten, in der er Mitglied ist, aufgetreten sind.

Der stellvertretende Direktor der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen riet bei seinem vom Blaubeurer Gewerbeverein „Wir 89143“ organisierten Vortrag, keinen Besucherweg in der Höhle anzulegen. Wie bei einem Adventskalender gelte es nur ein Türchen zu öffnen. So könnten beispielsweise Besucher von einer Galerie aus auf den großen, „Mörikedom“ genannten Höhlensee schauen, meint der Geologe: Ein Einblick in die Welt der schönen Lau, ohne den Mythos aufzugeben. Rosendahl stellt sich vor, in einem Gebäude eine künstliche Höhlenwelt zu schaffen und diese erlebbar zu machen. In Blaubeuren könnte die Reise eines Wassertropfens durch das Gestein und die Höhlen der Alb bis zur Quelle im Tal dargestellt werden, meinte der Referent, laut SWP. Höhlen haben nach Rosendahls Ansicht durchaus touristisches Potenzial, sie seien für alle Generationen interessant. Blaubeuren habe dazu noch mehr zu bieten: einzigartige Kunstwerke aus der Eiszeit, Fundstellen, an denen noch gegraben wird, Quellen und die Albwasserversorgung als technische und kulturelle Leistung. Es fehle jedoch eine regionale Vernetzung. Mit der Gründung einer „Deutschen Höhlenstraße“ gemeinsam mit dem ADAC und den Landkreisen könnte alles, was mit Höhle und Karst zu tun hat, präsentiert werden.

Rosendahls Ideen kamen bei den Zuhörern, darunter viele Blaubeurer Geschäftsleute, gut an. Schließlich hatte er Beispiele für regionale, vor Ort hergestellte Produkte genannt: Eiszeitwasser, Mammutbier, Jura-Weizen, Nudeln in Form des Höhlensymbols, süße Stalagmiten zum Lutschen.

Kommentare sind hier nicht möglich