Eingebautes Rohr macht Forschung sicherer

BLAUBEUREN. Die Arbeiten für den Bau eines Erkundungsschachts zum Höhlengang „Stairway to Heaven“, der zum Höhlensee Mörikedom führt, sind abgeschlossen. Das eingebaute Rohr, das innen mit einer Leiter versehen ist, bietet nun Forschern einen sicheren Abstieg. Das meldet die Südwest Presse Laichingen in ihrer Ausgabe vom 17. April.

Der Diplom-Geologe Ulrich Hundhausen erklärte laut Zeitungsbericht in Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) Einzelheiten zum Bauablauf der vergangenen Tage. Schneller als gedacht fraß sich am Montag, dem 12. April, der Bohrer eines 100 Tonnen schweren Spezialgeräts in den Kalkstein. Bei einer Tiefe von 14 Metern wurde der Druck etwas weggenommen, um möglichst sanft die Decke der bei 17 Meter beginnenden Höhle zu durchstoßen. Bedingt durch einen seitlichen Hohlraum, kam der Bohrer etwas aus der Richtung, was dann am Dienstag beim Einbau eines 18 Meter langen Stahlrohrs Schwierigkeiten bereitete. Das am Autokran hängende Rohr wurde abgelassen und wieder hochgezogen. Mit dem Schneidbrenner schnitten die Bauarbeiter ein vier Meter langes Segment heraus, dann passte das Rohr. Nachdem Oliver Schöll von der „Arge Blautopf“ unten Bleche angeschweißt hatte, wurde von oben dünner Beton in den Zwischenraum zwischen Rohr und Bohrwand gegossen, meldet die Südwest Presse (SWP). Jetzt ist es möglich, ohne Tauchgänge in die hinteren Abschnitte des kilometerlangen Blauhöhlensystems zu gelangen. Das eröffnet neue Möglichkeiten für die Höhlenforschung ohne die Schwierigkeiten des Höhlentauchens. „Es war immer ein Risiko dabei“, sagte Jochen Malmann, Projektleiter der „Arge Blautopf“, laut SWP.

Der trockene Zugang bedeute aber nicht das Ende der Tauchforschung. In der Blautopfhöhle warteten auch unter Wasser noch Entdeckungen. Stellvertreter Andreas Kücha meint, über trockene Gänge Tauchausrüstung nach hinten zu schaffen, um etwa einen Siphon in der „Halle des verlorenen Flusses“ zu untersuchen.

Wann wohl Besucher den Mörikedom werden besichtigen können, ist unsicher. Bei einem positiven Ergebnis des Gutachtens seien noch viele Dinge zu klären, sagte Bürgermeister Jörg Seibold: Zugang, Ausbaukonzept, Finanzierung, Infrastruktur und Betreiberkonzept. Ein Gutachten könnte bereits in weniger als einem halben Jahr fertig sein, meinte Hundhausen laut Zeitungsbericht.

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