Ralf Rosenberg wieder im Mordloch unterwegs

GEISLINGEN Ralf Rosenberg (60), einer der Taucher, die am ersten Februar-Wochenende 1977 für 57 Stunden im Mordloch bei Geislingen-Eybach (Kreis Göppingen) eingeschlossen war, ist momentan wieder in der Höhle unterwegs. Er hat heute die Höhle als Test für eine bevorstehende SWR-Dokumentation befahren.

Rosenberg war heute mit Tauchlehrer Herbert Gatz und dem Taucher und Kameramann Lutz Vasoldt in der Höhle. Letzterer will für den Südwestrundfunk (SWR) die Dokumentation „Rückkehr ins Mordloch“ drehen. Die  Höhlenkameraden von 1977, Eberhard Kaubeck (57), Klaus-Uwe Wiesner (48) und Thomas Höcker (47), haben nach Angaben von Rosenberg, der jetzt bei Koblenz lebt und als Lkw-Fahrer seinen Lebensunterhalt verdient, keine Lust am Film mitzuwirken.


Ihr Camp hatten die Höhlengänger am Wochende an der Oberen Roggenmühle aufgeschlagen.

Der Einschluss im Mordloch nach vorangegangener Schneeschmelze hatte 1977 riesigen Medienwirbel verursacht. Es war eine große Rettungsaktion angelaufen, nach 57 Stunden wurden die Höhlengänger aus dem Mordloch befreit. Über die Rettungskosten wurde lange gerichtlich gestritten, die III. Kammer des Stuttgarter Verwaltungsgericht verurteilte das Quartett im Oktober 1982 zu einer Zahlung von je 14.625 Mark. Die Geretteten hatten kurz nach dem Vorfall die Exklusiv-Rechte an ihrem Erlebnisbericht an die „Bunte Illustrierte“ verkauft, die auch die Anwalts- und Gerichtskosten übernahm, informierte heute Rosenberg.

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