Forscher wollen noch weiter in die Blautopfhöhle vordringen

BLAUBEUREN. Forscher erreichten in der Blautopfhöhle bei Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) zum zweiten Mal den vier Kilometer vom Blautopf entfernten Endpunkt. Sie vermuten eine Fortsetzung, schreibt Joachim Striebel heute in der Südwest Presse Ulm (SWP).

Noch gibt es keinen trockenen Zugang zu den hinteren, lufterfüllten Abschnitten der Blautopfhöhle. Eine Sondierungsbohrung für einen möglichen Forschungsschacht war Anfang September zwar erfolgreich, doch ist das Loch zu klein, um hindurchschlüpfen zu können. Das Geobüro Hundhausen wertet derzeit die Bohrkerne aus, um im Blick auf eine größere Bohrung Aussagen über die Standsicherheit des Gesteins machen zu können, heißt es im heutigen SWP-Bericht.

Wer in der Blautopfhöhle weit nach hinten kommen will, muss weiterhin die schwierige 1250 Meter lange Tauchstrecke zwischen Blautopf und Mörikedom bewältigen. Jochen Malmann, Andreas Kücha und Peter De Coster nutzten jetzt die geringe Wasserschüttung für eine zweitägige Biwaktour – insgesamt die fünfte Unternehmung der „Arge Blautopf“ mit Übernachtung in der „Apokalypse“, heißt es in der in Ulm erscheinenden Tageszeitung Die drei wollten den aus großen Steinen bestehenden „Endversturz“ untersuchen, der etwa vier Kilometer hinterm Blautopf ein Weiterkommen verhindert. „Wir nahmen alle Gänge unter die Lupe“, berichtet laut SWP Andreas Kücha. An einer Stelle konnten sich die drei im Zickzack-Kurs rund 40 Meter weit vorarbeiten, dann war Schluss.

Von der Halle am Ende des Höhlenganges – sie wird von der „Arge Blautopf“ zu Ehren eines verstorbenen Mitglieds „Siggi-Geiger-Halle“ genannt – schlängelt sich ein weiterer Gang nach oben. Aber auch dort kamen die Forscher nur 30 Meter weit. Etwas enttäuscht machten sich Malmann, Kücha und De Coster auf den Rückweg. Doch dann entdeckten sie etwa 100 Meter vom Endversturz entfernt einen schräg nach oben ziehenden Seitengang, der in einen senkrechten Schacht mündet. Weil sie keine Kletterausrüstung dabeihatten, konnten die Forscher nicht hoch. Im Schein ihrer Lampen erkannten sie aber einen Gangansatz. „Wahrscheinlich eine Umgehung des Endversturzes“, meint Kücha. Seine Kollegen und er sind daher guten Mutes, bei einer der nächsten Expeditionen noch tiefer ins Blauhöhlensystem vordringen zu können, berichtet die SWP.

Am derzeitigen Endpunkt – zwischen dem Seißener Gewerbegebiet und Wennenden gelegen – beträgt der vertikale Abstand zwischen Höhlensohle und Erdoberfläche etwa 160 Meter. Dass es dort zumindest kleine Verbindungen gibt, ist für die Forscher klar: In der Höhle liegen Skelette von Mardern.

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