Erfolgreiche Rettungsübung im Todsburger Schacht

Schwierige Arbeit für die Retter in der Schachthöhle; Foto: Höhlenrettung BW

MÜHLHAUSEN „Drei Personen vermisst seit Sonntagmorgen, sie befinden sich vermutlich im Todsburger Schacht“. So lautete die Einsatzmeldung bei der Frühjahrsübung der Höhlenrettung Baden-Württemberg am Sonntag, dem 26. April, an den Eselhöfen bei Mühlhausen (Kreis Göppingen). 17 Helfer der Höhlenrettung Baden-Württemberg waren am Ort des Geschehens.

Ziel war es, die „Vermissten“ aus dem verzweigten und schwer zu begehenden Schachtsystem oberhalb Mühlhausens ans Tageslicht zu bringen.


Viereinhalb Stunden dauerte es letztlich, bis alle drei Übungsopfer wieder aus der Höhle waren.  Was lange erscheint, ist für die Verhältnisse eine ganz passable Zeit. Rettungsleiter Ingo Bauer dazu: „Wir mussten die Vermissten in der Höhle suchen und finden, ein Arzt versorgte vor Ort ihre Verletzungen und wir hatten bei allen dreien für Wärmeerhalt zu sorgen“. In der Tat ist Unterkühlung nach Aussagen der Fachleute eine der größten Gefahren unter Tage. Während der medizinischen Versorgung sicherten Seiltechniker den Transportweg der Rettungstrage aus 40 Meter Tiefe hinauf zum Eingang, Kommunikationsspezialisten bauten eine Telefonverbindung zwischen der Einsatzleitung und dem Unfallort auf.

Am Eingang des Todsburger Schachts; Foto: Höhlenrettung BW

Der 140 Mitglieder starke Verein übt regelmäßig in den Höhlen der Alb, da es gerade dort alle paar Jahre zu Einsätzen kommt. Jedoch nicht nur bewährte Abläufe werden bei den Rettungsübungen trainiert. Auch Neuerungen werden ausprobiert: Ein Spezialschlafsack aus Material ähnlich dem der Rettungsfolien im Autoverbandskasten wurde gestern erstmals von der Gruppe eingesetzt und stellte sich als absolutes „Muss“ heraus. Eines der Opfer lobte hinterher: „Ich habe keine Minute gefroren.“ Laut Ingo Bauer mit der beste Qualitätsbeweis für eine gelungene Übung.

Autor: Alexander Maier

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