Vetterhöhle könnte durchaus Schauhöhle werden

BLAUBEUREN Die Vetterhöhle bei Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) könnte teilweise zur Schauhöhle ausgebaut werden. „Dem Grunde nach ist die Vetterhöhle als Schauhöhle geeignet.“ So fasste der Diplomgeologe Ulrich Hundhausen laut Südwest Presse Ulm (SWP) vor dem Blaubeurer Gemeinderat die Ergebnisse seiner Untersuchungen zusammen.

Im Blaubeurer Gemeinderat ging es nach dem Zeitungsbericht der SWP am vergangen Dienstag um zwei Dinge, nämlich um die vom Büro „Geotechnik Hundhausen“ ermittelten Ergebnisse zur Sicherheit der Vetterhöhle und um erste Überlegungen, einen trockenen Zugang zur Blautopfhöhle zu schaffen, der die Forschung erleichtern und Untersuchungen hinsichtlich einer Erschließung ermöglichen würde. Ein mehrere hundert Meter langer Führungsweg könnte demnach angelegt werden mit Blick in die riesige „Walhalla“ am einen und mit dem Ziel „Wolkenschloss“ am anderen Ende.

Eine erste Überlegung, vom Hang gegenüber des Blaubeurer Jugendhauses einen kurzen Stollen in die „Walhalla“ zu treiben, wird laut SWP von den Gutachtern nicht weiter verfolgt, denn dies würde innen zu einer Gefahr für die Standsicherheit führen. Ein Besucherstollen wäre weiter nördlich möglich, er würde in den sicheren „Nordgang“, der auch Tropfsteine zu bieten hat, führen.

Die Stadt hat laut Zeitungsbericht das Gutachten dem Landesbergamt  vorgelegt. Die Behörde betrachte die Daten als ausreichend für eine Beurteilung, heißt es in dem Zeitungsartikel. Die Experten hatten sogar Radonmessungen vorgenommen und festgestellt, dass „kein Problem für Besucher und Führungspersonal“ besteht. Auch vom Wasser drohe keine Gefahr.

Der Blaubeurer Gemeinderat interessierte sich laut SWP auch für die Blautopfhöhle.  Höhlentaucher Andreas Kücha zeigte Fotos und Pläne vom neu entdeckten Gang . „Stairway to Heaven“, der vom Mörikedom in Richtung Süden zieht und dort kurz vor der B28 endet. Die Überdeckung beträgt am Ende  weniger als 20 Meter, erläuterte Kücha laut SWP. Man überlege nun, dort einen Zugangsschacht zu bauen. Die „Arge Blautopf“ wäre darüber sehr glücklich, wird Kücha zitiert. Er erklärte den Blaubeurer Gemeinderäten, wie schwierig es ist, über die lange Tauchstrecke Material nach hinten zu bringen und nach dem Ausstieg aus dem Wasser die Tauchausrüstung abzulegen und den Höhlenforscheranzug anzuziehen. Ein trockener Zugang würde auch Nicht-Tauchern ermöglichen, in die hinteren Abschnitte zu gelangen. Nur so könne die Höhle wissenschaftlich erforscht werden, könnten neue Seitengänge entdeckt und das Blauhöhlensystem zur längsten Höhle Deutschlands werden, sagte laut SWP Andreas Kücha, der von einem „europaweit einzigartigen Höhlensystem“ sprach.

Und Blaubeurens Bürgermeister Jörg Seibold wird im Zeitungsbeitrag mit den Worten zitiert: „Mir scheint das hinreichend attraktiv, dass wir uns dem nähern.“ Offen sei, wer den Zugang baue und wer ihn finanziere.

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