Höhlenbären früher ausgerottet als vermutet

WIEN. Die letzte Eiszeit hat den Höhlenbären nach neuen Erkenntnissen 13.000 Jahre früher aussterben lassen als bisher angenommen. Das meldete jetzt die Deutsche Presseagentur (dpa). Deutlich kälteres Klima habe dem rund 1000 Kilo schweren Riesenbären vor rund 27.800 Jahren in etwa zum Höhepunkt der Würm- Eiszeit die Lebensgrundlage genommen, berichten laut dpa Wissenschaftler um Martina Pacher von der Universität Wien im Fachjournal „Boreas“.

Da der Höhlenbär (Ursus spelaeus) anders als sein Verwandter, der kleinere Braunbär (Ursus arctos), hauptsächlich ein Pflanzenfresser war, habe er in der kärger werdenden Landschaft weniger Nahrung
gefunden. Dagegen gebe es keine Hinweise darauf, dass der Mensch den Höhlenbären ausgerottet habe, heißt es in der Agenturmeldung.

Der Höhlenbär gehörte zur sogenannten Megafauna (Großtiere) und war ein Zeitgenosse des Mammuts, des Wollnashorns, des Riesenhirsches und des Höhlenlöwen, die ebenfalls ausgestorben sind. „Unsere Arbeiten haben gezeigt, dass der Höhlenbär einer der ersten Vertreter der Megafauna war, der in der letzten Eiszeit in Europa verschwand“, sagte Martina Pacher laut dpa. Zudem sei der Bär nur in Europa vertreten gewesen. Die neuen Erkenntnisse haben die Forscher nach eigenen Angaben unter anderem nach Untersuchungen von Knochen und Zähnen erlangt. Bei bisherigen Studien sei der Höhlen- teilweise mit dem Braunbären verwechselt worden, und es habe Fehler bei der zeitlichen Einordnung gegeben.

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