Höhle im Bleßberg-Tunnel wird erneut erkundet

ERFURT Die beim Bau des Bleßberg-Tunnels für die ICE-Trasse von Erfurt nach Nürnberg entdeckte Tropfsteinhöhle (wir berichteten) soll im September erneut systematisch erkundet werden. Das meldet die Deutsche Presseagentur (dpa).

„Derzeit wird in dem Tunnel wie geplant  weitergebaut, ab September haben Höhlenforscher, Geologen und Naturschützer erneut Gelegenheit, für etwa drei Wochen die Höhle gründlich in Augenschein zu nehmen», sagte laut dpa eine Sprecherin des thüringischen Umweltministeriums auf Anfrage.

Mitglieder des Thüringer Höhlenvereins wollten dann vor allem schwer zugängige Stellen erforschen. Die Daten sollen zusammengefasst und dem Landesbergamt zugeleitet werden, das über den weiteren Fortgang entscheide.

Die Tropfsteinhöhle war Anfang April entdeckt worden. In ihr wurden von der Decke hängende Stalaktiten von bis zu 2,25 Metern Länge entdeckt. Fachleute hatten von einer Sensation und der vermutlich größten Karsthöhle Deutschlands gesprochen. Ein Teil der Höhle wurde mit Beton wieder verschlossen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte deswegen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Meinigen erstattet, weil aus seiner Sicht gegen Thüringer Naturschutzrecht verstoßen wurde. Karsthöhlen seien besonders schützenswerte Biotope. Jede Veränderung müsse mit den Naturschutzbehörden und -verbänden abgesprochen werden.

Die Arbeiten am Tunnel selbst sollen laut Bahn AG trotz der Höhlen-Erkundung weitergehen, meldet dpa. Der Bleßberg-Tunnel wird mit mehr als 8300 Metern der längste von 22 Tunneln der ICE-Neubaustrecke von Erfurt ins bayerische Ebensfeld.

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