Hauptversammlung Arge Grabenstetten: Forschung in der Vetterhöhle jetzt geregelt

Der alte und neue Vorstand der Arge Grabenstetten mit Sitzungsleiter Rafael Grimm (Dritter von links). FOTO: RAHNEFELD

BÖTTINGEN / GRABENSTETTEN (ra). Den Verein im Verein verhindert, die Vetterhöhlenforschung geordnet, Fritz Mammel als Vorsitzenden bestätigt und den Gesamtvorstand so belassen, wie er ist. Das sind die Ergebnisse der Hauptversammlung der Arge Grabenstetten.

Böttingen. Viele Formalien, wenig Höhle, so könnte die über dreieinhalbstündige, sehr disziplinierte Mammutsitzung der insgesamt 148 Mitglieder zählenden Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten auf den Punkt gebracht werden. Die meisten der 45 stimmberichtigten Mitglieder, die am Samstag ins Vereinsheim nach Münsingen-Böttingen gekommen waren, hatten sich aber auf einen langen Abend eingestellt. Die Spannung im Sitzungsraum war durchaus zu spüren, bereits im Vorfeld zur Hauptversammlung hat es im Verein und insbesondere im Vorstand kräftig geknirscht. Maßgebliche Ursache: Die Vetterhöhlenforschung in Blaubeuren. Erst jüngst hatte Projektleiter Markus Boldt aus Schmiechen sein Amt hingeworfen und die Eigendynamik, die sich mit den Erfolgen in der Vetterhöhle eingestellt hatte, drohte Vorstand und Verein aus der Spur zu werfen.

Zum großen Knall kam es in Böttingen aber nicht. Zum einen hatte der gewählte Sitzungsleiter Rafael Grimm die nicht einfache Versammlung fest im Griff, zum andern war der Vorstand mit einem Antragspapier gewappnet, das die Überschrift trug: „Leitlinie zum Umgang mit dem Projekt Vetterhöhle“. Mit den zehn Punkten dieses Papiers, das von den Mitgliedern nach längerer Diskussion und kleinen Veränderungen abgesegnet wurde, sind nun ganz klar die Rahmenbedingungen für die Forschungsarbeit in der Vetterhöhle geregelt. Zum Vetterhöhlenreferent wurde auf Vorschlag der in dieser Höhle forschenden Gruppe von der Versammlung Geschäftsführer Robert Eckardt bestimmt. Nach Abstimmung des Leitlinienantrags zog Lars Bohg sein Papier auf ein eigenes Vetterhöhlen-Referat zurück. In einer der Hauptversammlung vorgelegten Formulierung hätte diese Idee quasi einen kleinen Verein im Verein bedeutet, mit nahezu kompletter eigener Finanzverwaltung.

Auch Ex-Vorsitzenden Christoph Gruner aus Grabenstetten, der mit einer Satzungsänderung einen nur noch aus drei Personen bestehenden, gemeinsam vertretungsberechtigten Vorstand installieren wollte, zog seinen Antrag zurück. Sein ursprüngliches Ziel: gestraffte Vorstandsarbeit, mehr Gemeinsamkeit. Dieser Antrag hätte allerdings an diesem Abend nach eingehender Diskussion kaum eine Chance gehabt. Abgesegnet wurde von der Versammlung auf Antrag des Vorstands noch eine kleine Satzungsänderung. So wird die Hauptversammlung künftig möglichst immer im zweiten Quartal einberufen, die Einladung dazu erfolgt mindestens vier Wochen vorher schriftlich.

Vor den Antragsdiskussionen hatten sowohl die später im Amt bestätigten Geschäftsführer Robert und Werner Eckart sowie Vorsitzender Fritz Mammel (Ulm) ihre Geschäftsberichte vorgelegt. Auch seine Stellvertreterin Petra Boldt (Schmiechen), die am kommenden Freitag in Blaubeuren mit dem Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement um die Jugendarbeit ausgezeichnet wird, legte einen ausführlichen Bericht vor. Ersichtlich aus allen Berichten: Repräsentation, Verhandlungen mit Ämtern und Behörden, Organisation und Koordination auf allen Ebenen bestimmten die Arbeit der Funktionäre im letzten Geschäftsjahr. Mit einem detaillierten Kassenbericht, an dem es nichts zu beanstanden gab, wartete der Finanzexperte Udo Wieczorek (Elchingen)  auf. Er mahnte den Verein, das Vereinsheim in Böttingen mehr zu nutzen, da die Fixkosten doch relativ hoch seien.

Zum guten Schluss dann bei den Referentenberichten doch noch „ein wenig Höhle“. Stefan Messner (Tübingen), Koordinator der Forschung, berichtete vom Fortgang in der Bärentalhöhle, von den Arbeiten in der Vetterhöhle, in die momentan ein zweiter Zugangsschacht getrieben werde, und von einzigartigen Quarzkügelchen, die im Sediment gefunden und jetzt an zwei Unis analysiert werden. In der Hessenhaudoline ist man bereits in einer Tiefe von 47 Metern, hat aber das Blauhöhlensystem noch nicht angeschnitten. Und im September wird Robert Winkler mit einer Crew wieder im Toten Gebirge in Österreich forschen.

Auf der Alb in Böttingen wird es am 2. August spannend, dort findet bis zum 17. August ein Internationales Ausbildungslager für junge Höhlenforscher (JuHöFoLa) statt. Teilnehmer aus ganz Europa werden erwartet.

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