Blautopfsystem: Ein trockener Gang soll zum „Mörikedom“ führen

BLAUBEUREN.  Einen trockenen Gang zum „Mörikedom“ des Blauhöhlensystems bei Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis), der bis knapp unter die Erdoberfläche führt, haben Taucher der Arge Blautopf entdeckt. Das meldet die Ulmer Südwest Presse in ihren Freitagsausgaben.

Projektleiter Michael Schopper von der Arge Blautopf hält es nach der SWP-Meldung für möglich, den Gang zu öffnen. Dann könnten Forscher ohne Tauchgang in den hinteren Teil der Blauhöhle kommen. Bisher haben keine zehn Höhlentaucher den von Jochen Hasenmayer 1985 entdeckten Höhlensee „Mörikedom“ gesehen, der nur über eine 1250 Meter lange Tauchstrecke vom Blautopf aus zu erreichen ist.

Der Gang, so meldet es die SWP, soll laut Andreas Kücha Richtung Galgentäle führen. Kücha hat zusammen mit Michael Kühn und Jochen Malmann diesen Gang genauer untersucht. Die drei Forscher tauchten laut SWP zunächst durch die drei Höhlenseen Mörikedom, Mittelschiff und Äonendom, um am Beginn des trockenen „Landwegs“, wo ein Biwak der „Arge Blautopf“ steht. Sie schwammen durch den Äonendom, kletterten über ein Felstor ins Mittelschiff, schwammen weiter, überquerten wieder ein Felstor, schwammen durch den Mörikedom und stiegen hinauf zum Gang. Die Forscher gingen bis zum Endversturz und hörten plötzlich ein dumpfes Geräusch, das sich nicht den üblichen Klängen einer Höhle wie fallenden Wassertropfen oder rauschendem Wasser zuordnen ließ, heißt es bei der SWP. Wir hörten die Motorbremsen von Lastwagen, berichtete laut SWP Kücha. Die Forscher sind sich sicher, dass der Gang fast bis zur Bundesstraße 28, der Blaubeurer Steige,führt. Eine Peilung, die gemeinsam mit Geräten der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten durchgeführt wurde, bestätigte die Wahrnehmungen der Forscher: Der Gang endet am nördlichen Hang des Galgentäles unweit der Straße.

Die SWP schreibt weiter: Michael Schopper, Projektleiter der Arge Blautopf, meint, dass in gebührendem Abstand zur Straße am Hang ein 15 Meter tiefer Schacht gebohrt werden könnte, um in den offenen Teil des neuen Gangs zu gelangen. „Es ist unser Traum und der Traum eines jeden Höhlenforschers, mal trockenen Fußes in den Mörikedom zu gelangen“, wird Schopper zitiert.
Laut Schopper gibt es zudem die Überlegung, eine übergeordnete Organisationsform zu finden als Dach der drei im Blauhöhlensystem forschenden Gruppen, das sind die „Arge Blautopf“, die „Arge Höhle und Karst Grabenstetten“ und die „Arge Blaukarst“, die in der Hessenhaudoline gräbt. Auch die Stadt Blaubeuren müsse beteiligt werden, so Schopper laut SWP. Wildwuchs dürfe nicht entstehen. Dazu müsse der Eingang ganz massiv gesichert werden.
Gedanken an eine Schauhöhle werden natürlich auch schon wach. Aber da kommen die Forscher in die Zwickmühle. Zum einen wollten Forscher Besuchern die Schönheit der Unterwelt nicht vorenthalten, seien andererseits aber auch dem Höhlenschutz verpflichtet, heißt es in der SWP. Ein Besucherzugang zum Mörikedom wäre nach Schoppers Einschätzung durchaus möglich, vielleicht sogar eine Bootspartie auf dem Höhlensee.

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