Bauarbeiten am Bleßbergtunnel ruhen zunächst

ERFURT Wegen Erkundungen der neu entdeckten Tropfsteinhöhle in Südthüringen müssen die Bauarbeiten am ICE-Tunnel für mindestens zwei Wochen ruhen. Darauf einigten sich am Donnerstag das Umweltministerium und die Bahn AG nach einer Begehung der Höhle. Das meldet in ihrer heutigen Ausgabe die in Coburg erscheinende Neue  Presse. Zum heutigen Freitag haben Deutscher Naturschutzring (DNR) der Thüringer Höhlenverein der Verband der Deutschen Höhlen- und Karstforscher (VdHK) und der BUND zu einer Pressekonferenz nach Erfurt geladen.

„Nach einer ersten bergmännischen Sicherung durch die Baufirma wird jetzt unter landesamtlicher Hoheit ein Programm zur umfassenden und systematischen Erkundung der Hohlräume begonnen“, heißt es laut Neue Presse in einer gemeinsamen Presseerklärung.  Die Höhle war vor einer Woche bei den Bauarbeiten entdeckt worden.

Die Höhle dürfte vermutlich zu den größten Karsthöhlen Ost-Deutschlands zählen und beherbergt über mehr als zwei Meter lange von der Decke hängende Stalaktiten. Die Entdeckung der Höhle hatte zunächst zu einem Streit zwischen Ämtern und der Deutschen Bahn geführt, weil wichtige Behörden nicht informiert wurden und die Höhle teils mit Beton verfüllt worden war (siehe Vorbericht).

Das geplante Erkundungsprogramm umfasst nach den Angaben die detaillierte schrittweise Begutachtung der Höhle. Experten des Thüringer Höhlenvereins nehmen vor allem an schwer zugänglichen Stellen die Erkundungen vor. Die gewonnenen Daten sollen zusammengefasst werden und dem Landesbergamt als

Entscheidungsgrundlage für das künftige Vorgehen dienen. Die Untersuchungen würden voraussichtlich zwei bis drei Wochen dauern, schreibt die Neue Presse. Ziel sei sowohl der weitere Baufortschritt als auch die Erforschung und die Dokumentation der großen Höhlenräume auch im Hinblick auf den Naturschutz.

Unbeeinflusst von den Forschungen blieben die Arbeiten an vier weiteren Bauspitzen des Bleßbergtunnels, teilten Bahn und Ministerium mit. Der Bleßbergtunnel wird mit mehr als 8300 Metern der längste von 22 Tunneln der ICE-Neubaustrecke von Erfurt ins bayerische Ebensfeld. Er unterquert den Kamm des Thüringer Waldes. Die neue ICE-Verbindung von Berlin über Leipzig, Erfurt nach Nürnberg und München ist etwa 500 Kilometer lang. Die Strecke soll 2017 den Betrieb aufnehmen und die Reisezeit zwischen den beiden Endpunkten von derzeit sechs auf vier Stunden verkürzen.

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