Neuer Vorsitzender des LHK Baden-Württemberg zur Schauhöhlenfrage

Wolfgang Siegel hat den Vorsitz im LHK Baden-Württemberg übernommen. FOTO: MICHAEL RAHNEFELD

LAICHINGEN Der Landesverband der Höhlen- und Karstforscher (LHK) Baden-Württemberg hat einen neuen Vorsitzenden. Bei der Landesdelegiertenkonferenz am Samstag wurde in Laichingen (Alb-Donau-Kreis) Wolfgang Siegel aus Westerheim zum Nachfolger von Herbert Jantschke (Kusterdingen) gewählt. Jantschke hatte aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidiert. Bei der Delegiertenversammlung nahm der Landesverband auch zur Schauhöhlenfrage Stellung. Der Verband will sich bei der Erschließung von Schauhöhlen nicht verweigern.

Wolfgang Siegel, der durch seine Mitarbeit im Höhlenverein Westerheim über reiche Erfahrung verfügt, ist am Samstag bei der Delegiertenversammlung in Laichingen einstimmig zum neuen Vorsitzenden des LHK gewählt worden. Der 63-jährige Rentner, der als Konstrukteur im Werkzeugbau tätig war, ist Nachfolger von Herbert Jantschke, der nach zwei Jahren aus beruflichen Gründen nicht mehr antrat, schreiben Südwest Presse (SWP) und GEISLINGER ZEITUNG (GZ) in ihren Dienstagsausgaben.

Im Landesverband für Höhlen- und Karstforschung sind 23 Höhlenvereine organisiert, die insgesamt rund 1200 Mitglieder zählen.

Ein Ziel des neuen Vorsitzenden ist, die bereits begonnene Arbeit im Biosphärengebiet Schwäbische Alb fortzusetzen. Als Naturschutzbeauftragter des Verbands war er bereits bisher mit diesem Thema befasst. Zum Ausbau von Schauhöhlen – ein Thema, über das bei der Versammlung am Samstag diskutiert wurde – meint Wolfgang Siegel, dass sich der Landesverband nicht verweigern könne. „Es wäre nicht richtig, sich grundsätzlich gegen den Ausbau von Höhlen zu stellen.“ Es gebe in den Hohlräumen der Schwäbischen Alb bestimmte Dinge, die der Öffentlichkeit gezeigt werden sollten. Das gelte auch für die Vetterhöhle in Blaubeuren. Freilich dürfe nicht jede neu entdeckte Höhle zur Schauhöhle gemacht werden. Dies müsse individuell entschieden werden, meint Siegel, laut Zeitungsbericht. Damit hat sich der Landesverband erstmals vor der Öffentlichkeit zur Schauhöhlenfrage geäußert.

Die im Laichinger Höhlenhaus tagende Delegiertenversammlung beschloss, eine Bohrung in der Blaubeurer Talschlinge zu unterstützen und dafür 500 Euro zur Verfügung zu stellen. Betreut von dem Geologen und Höhlenexperten Dr. Wolfgang Ufrecht (Höhlen- und Heimatverein Laichingen), kartieren zwei Diplomanden der Universität Tübingen das Gebiet zwischen Gerhausen, Merklingen und Laichingen und erkunden die geologischen und flussgeschichtlichen Verhältnisse. Laut Unfrecht liegen im Umfeld des Blautopfs, der Vetterhöhle und des vorderen Teils der Blautopfhöhle keine Daten über die unterirdische Schichtenfolge vor. Aus den Ergebnissen der Bohrung wird Martin Bartenbach im Rahmen seiner Diplomarbeit ein dreidimensionales Modell erstellen. Dieses soll als Baustein zur Beurteilung der Höhlenentstehung in der Region Blaubeuren dienen. Die Bohrung wird auch von der Firma Eduard Merkle aus Gerhausen, dem Geologischen Institut der Uni Tübingen und Höhlenvereinen unterstützt. Beauftragt wurde eine Firma aus Bermaringen. Die Arbeiten werden demnächst beginnen, heißt es in den Berichten von SWP und GZ. Die Delegiertenversammlung wählte Frank Schüler aus Pfullingen zum neuen Naturschutzbeauftragten. Geschäftsführerin des Landesverbands bleibt Kerstin Schwarz aus Engen.

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