Biwak in der „Apokalypse“

Foto: A. Kücha

BLAUBEUREN Höhlentaucher der „Arge Blautopf“ sind an diesem Wochenende schon wieder im Blauhöhlensystem (Alb-Donau-Kreis) unterwegs. Diese Informationen gab Fritz Mammel, Vorsitzender der Arge Grabenstetten. Laut Bericht der Südwest Presse (SWP) haben die Taucher im Herbst in zwei Tauchgängen über die rund 1400 Meter lange Wasserstrecke vom Blautopf aus Material zuerst in den trockenen „Landweg“ und dann rund 1300 Meter weiter in die riesige Höhlenhalle „Apokalypse“ transportiert. Dort haben Andreas Kücha, Jochen Malmann, Werner Gieswein und Salvatore Busche ein Biwak mit Zelt, Luftmatratzen, Schlafsäcken und Sanitätsmaterial eingerichtet, schreibt SWP-Redakteur Joachim Striebel in der heutigen Ausgabe der Zeitung.

Das Zelt stehe an einem hochwassersicheren, ebenen Platz, heißt es in der SWP. „Es spielt eine Rolle, wo man schläft“, wird Kücha zitiert. Die erste Übernachtung in der Blautopfhöhle haben die Forscher noch vor sich.  Ziel ist, die bereits erkundete Fortsetzung der Höhle Richtung Westen weiter zu untersuchen. Dort ist immer wieder der Höhlenfluss zu sehen, bislang ist an einem Endversturz, rund 3600 Meter Wegstrecke vom Blautopf entfernt, Schluss. Etwa 300 Meter vor dieser Stelle ist Andreas Kücha in einen Seitengang hochgeklettert, der zu einem Höhlensee mit rund 20 Meter Durchmesser führt. Weil Kücha nur „normale“ Höhlenforscherkleidung anhatte, konnte er den See noch nicht durchschwimmen. Ausgerüstet mit Neoprenanzug will er jetzt schauen, ob es hinterm See weitergeht, schreibt die SWP.

Forscher, die sich in diesem hinteren Teil der Blauhöhle bewegen, müssen gut schwimmen, tauchen, klettern und sich auf unebenem Grund sicher bewegen können. Kletterei ist beispielsweise nötig, um überhaupt von der sich der „Apokalypse“ anschließenden „Halle des verlorenen Flusses“ in die westliche Fortsetzung zu gelangen. Es geht kegelförmig 50 Meter nach oben. Auf diesem Niveau befindet sich die „Matrixhalle“, die für Kücha und seine Freunde deswegen sehr interessant ist, weil ein Schlot 40 Meter nach oben geht und dort das Skelett eines Wiesels gefunden wurde. Die Knochen sind nicht versintert und nur wenige Jahre alt. Es gibt also wohl eine Verbindung nach oben. Die kann aber sehr klein und verzweigt sein. Kücha schätzt, dass die Überdeckung bis zur Oberfläche an dieser Stelle noch etwa 60 Meter mächtig ist, heißt es im heutigen Zeitungsbericht.

Unter welchem Punkt der Landschaft der Hohlraum liegt, steht nicht genau fest. Die Forscher der „Arge Blautopf“ haben zwar die Strecke bis zur „Apokalypse“ vermessen, doch stehen Peilungen zur exakten Lagebestimmung noch aus. Dazu muss ein spezieller Sender wasser- und druckdicht verpackt von den Tauchern mit in die Blautopfhöhle genommen werden. In der Vetterhöhle hat dieses Gerät schon gute Dienste getan.

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