Nachgeschaut – Neues von den Mammutjägern am Vogelherd

Das 3,7 Zentimeter große, geschnitzte Mammut ist der Star unter den Funden, zumal die Elfenbeinfigur vollständig erhalten ist. FOTO: UNI TÜBINGEN

BLAUBEUREN „Nachgeschaut – Neues von den Mammutjägern am Vogelherd“. Mit dieser Ausstellung, die am Sonntag, 24. Juni, eröffnet, will das Urgeschichtliche Museum in Blaubeuren Einblicke bieten in die Arbeit der Forscher, die am Vogelherd Zeugnisse aus der Eiszeit entdecken. Das berichtet die Südwest Presse Ulm (SWP) in ihrer heutigen Ausgabe.

Die neuesten spektakulären Funde der Gruppe um Professor Nicholas Conrad sind jetzt an der Universität Tübingen vorgestellt worden: das Highlight ist ein 3,7 Zentimeter großes, geschnitztes Mammut, das als erste vollständig erhaltene Elfenbeinfigur von der Schwäbischen Alb gilt. Das 35.000 Jahre alte Mammut gehört zu den ältesten Beispielen figürlicher Kunst, heißt es in dem Beitrag von Roland Müller.

Wie kommt es immer wieder zu diesen Entdeckungen, die aus der Vogelherd-Höhle im Lonetal bei Niederstotzingen stammen? Wie gehen die Forscher bei ihrer Arbeit vor, welche modernen Methoden kommen dabei zu Einsatz? Was sind die bisherigen Ergebnisse der Forschungen über diese wichtige Zeit in der Menschheitsgeschichte? Diese und weitere Fragen soll die Ausstellung im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren beantworten, die begleitend zu den Funden konzipiert wurde. Das Museum in Blaubeuren arbeitet eng mit der Universität Tübingen zusammen und ist das Präsentations-Museum der dortigen Archäologen, heißt es in dem SWP-Beitrag.

Das Mammut und die jetzt gefundenen Kunstwerke werden erst 2009 in Stuttgart öffentlich zu sehen sein, in Blaubeuren muss man sich vorerst mit Abbildungen der Sensationsfunde begnügen. Dafür gibt es Flötenbruchstücke der Vogelherd-Musikinstrumente zu sehen, die zuvor noch nie gezeigt wurden. Auch die ersten überhaupt gefundenen Schmuckstücke aus der Grabung werden gezeigt. Seit zwei Jahren wird der vermeintlich wertlose Grabungsschutt untersucht, den Pionier Gustav Riek bei seinen Ausgrabungen 1931 hinterlassen hat. Insgesamt sind es nun schon 9000 Fundnummern, die seitdem entdeckt wurden. Das sei vor allem auf neue Methoden zurückzuführen, die eine feinere Analyse erlaubten, heißt es in dem Zeitungsbeitrag. Bei diesen Arbeiten kann man den Wissenschaftlern beim Museumsfest zur Ausstellungseröffnung am kommenden Sonntag über die Schulter schauen. „Life“ werden die Sedimente vom Vogelherd durchgeschlämmt und ausgewertet. So könnten Besucher sogar Zeugen einer großen Entdeckung werden. Darüber hinaus können Kinder und Erwachsene in einem Aktionsprogramm mit steinzeitlichen Werkzeugen Messer, Schmuck oder Lederbeutel herstellen, beim Bau eines Einbaums helfen oder ihr Getreide selbst mahlen.

Die Ausstellung „Nachgeschaut – Neues von den Mammutjägern am Vogelherd“ eröffnet am Sonntag, 24 Juni, mit einem Museumsfest. Es beginnt um 11 Uhr mit einem Vortrag von Professor Nicholas Conrad. Von 12 bis 17 Uhr dauert das Familien-Aktionsprogramm. Die Ausstellung ist bis 13. Januar zu sehen.

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