Blaubeurer Gemeinderat berät über Ausbau der Vetterhöhle

BLAUBEUREN Der  Gemeinderat von Blaubeuren hat sich jetzt mit dem Ausbau der Vetterhöhle zur Schauhöhle befasst. Der Vorsitzende der in der Vetterhöhle forschenden Arge Grabenstetten, Fritz Mammel, war zu dieser Sitzung als Berater geladen worden. Er erläuterte, dass sich eine etwa 600 Meter lange Strecke, vorbei an Tropfsteinen und einem Höhlensee als Schauhöhle eignen würde. Der Gemeinderat will jetzt ein Fachbüro beauftragen, das zunächst einmal die Möglichkeiten prüfen soll.

Wie Joachim Striebel in einem Beitrag der Südwest Presse Ulm (SWP) berichtet, will Blaubeurens Bürgermeister Jörg Seibold zunächst geklärt wissen, ob Menschen guten Gewissens in die Höhle gelassen werden können und ob der Ausbau finanzierbar ist.

Fritz Mammel erläuterte mit Skizzen, dass es möglich ist, vom Niveau der Marktstraße aus mit einem Stollen in den größten Raum, die „Walhalla“ zu gelangen. Der Tunnel müsste bei einer Neigung von zehn bis zwölf Grad rund 75 Meter lang sein. So könnten sogar Rollstuhlfahrer in die Höhle kommen, meinte Mammel.

Um den Höhlenboden möglichst wenig zu zerstören, sollten die Wege als Stege angelegt werden. In die schönsten Bereiche, den tropfsteinreichen „Drachenfelsgang“ und das „Wolkenschloss“ mit seinem Höhlensee, könnten die Besucher von Plattformen aus blicken. So würde auch dann keine Gefahr bestehen, wenn die mit der Vetterhöhle verbundene Blautopfhöhle Hochwasser führt. Der See könnte unter Wasser beleuchtet werden. Beleuchtet werden sollen laut SWP auch Tropfsteine über Wasser. Entsprechendes Kaltlicht lässt Versinterungen nicht verschmutzen und veralgen.

Zunächst sind jetzt die Sachbearbeiter bei der Unteren Naturschutzbehörde gefragt. Da das in Freiburg ansässige Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau keine Machbarkeitsstudie erstellen kann, soll jetzt ein Ingenieurbüro herangezogen werden. Die Stadt Blaubeuren will von drei Ingenieurbüros, die mit Tunnel-, Fels oder Bergbau zu tun haben, Angebote einholen.

Geprüft werde dabei laut SWP vor allem, ob die Decken so stabil sind, dass kein Gestein herabstürzt. Die Sicherheit ist für Blaubeurens Bürgermeister oberstes Gebot. Für den Betrieb müssten auch Dinge wie die Rettung von Menschen aus der Höhle bedacht werden. Es brauche ein Betreiberkonzept.

Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, nach Fördermöglichkeiten Ausschau zu halten. Für ein mögliches Programm der Europäischen Union hat die Stadt schon mal zusammengefasst, was neben Stollen und Stegen sonst noch alles nötig wäre: Ein Info- und Betriebsgebäude, ein Besucherleitsystem in der Stadt und Parkplätze, die wegen der engen Tallage wohl auf der Hochfläche angelegt werden müssten, heißt es im SWP-Bericht. Per Luftseilbahn könnten die Besucher zur Höhle gelangen. Als Projekte, die begleitend laufen könnten, werden die nächtliche Beleuchtung des Blautopfs, ein Blautopf-Geopark mit Tauchermuseum und der Ausbau des Urgeschichtlichen Museums genannt. Dazu braucht es aber ein Tourismuskonzept. Und in Blaubeuren will man auch nicht warten, was sich noch aus den Grabungen in der Hessenhaudoline ergibt. Die Einmaligkeit der Vetterhöhle als Chance für Blaubeuren zu nutzen war das Fazit der Beratungen laut SWP.

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