Vortrag über Grabungen in der Hessenhaudoline

Die I-Punkthalle

BERGHÜLEN: In der Hessenhaudoline, etwa zwei Kilometer südlich von Berghülen (Alb-Donau-Kreis) gelegen, versuchen Mitglieder  verschiedener höhlenkundlicher Vereinigungen seit Januar 2006 in das Blauhöhlensystem einzudringen. Am 30. Dezember des letzten  Jahres stellte sich ein erster Erfolg ein, die Höhlenforscher zwängten sich durch einen Spalt und fanden einen natürlichen Hohlraum, der  eine Grundfläche von etwa sechs mal acht Metern aufweist und sechs Meter hoch ist. Er wurde „I-Punkt-Halle“ genannt . (wir berichteten).

Mögliche Fortsetzungen der Halle sind allerdings verstürzt, der Weiterweg in die Tiefe erfolgt in einem Schacht, der nunmehr 32 Meter tief ist. Die Forscher hoffen, eines Tages trockenen Fußes in den hinteren Teil der rund 120 Meter tief gelegenen Blauhöhle zu gelangen, der bisher nur für Höhlentaucher erreichbar ist. Die Hessenhaudoline befindet sich im Waldstück „Buch“. Sie war bis vor einem Jahr eine eher unscheinbare Senke.

Die Forscher informieren jetzt erstmals in einer öffentlichen Veranstaltung über das Projekt. Am Freitag, 30. März, beginnt um 19.30 Uhr eine Vortragsveranstaltung in der Auhalle in Berghülen. Der Eintritt ist frei.

Wie die „Arge Blaukarst“ dazu mitteilt, suchten im Frühjahr 2005  Jürgen Bohnert und andere Höhlenfreunde im Zuge einer Kartierung der Erdfälle und Dolinen im Einzugsgebiets des Blautopfs auch die später so benannte Hessenhaudoline auf. In der Doline wurde ein deutlicher Luftzug
festgestellt. Der Gedanke entstand, von dort nach unten zu graben, doch erschien dies zunächst ein aberwitziges Unterfangen zu sein. Die Entdeckungen der „Arge Blautopf“ im „Landweg“ der Blautopfhöhle und der „Arge Grabenstetten“ in der Vetterhöhle waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht gemacht.

Im Vortrag wird auf die bisherigen Forschungen im Einzugsgebiet des Blautopfs zurückgeblickt. Aus der immensen Schüttung des Topfes wurde bereits vor langer Zeit geschlossen, dass das Einzugsgebiet sehr groß sein muss und dass deshalb die Entwässerung der Albhochfläche durch ein
großräumiges und weit verzweigtes Höhlensystem erfolgt. Durch Färbversuche ist bekannt, dass sich das Einzugsgebiet bis nach Zainingen erstreckt. Die Grabung in der Doline erfolgt meist im Schutt, größere Felsblöcke und Gerölle müssen mühsam mittels Treibkeiltechnik zerkleinert werden, bevor sie mit Hilfe von elektrischen Seilwinden nach oben geschafft werden. Der entstehende Schachtraum wird unmittelbar nach dem Vortrieb mit einem Leitplankenverbau abgesichert. Auf diese Weise wurden innerhalb eines Jahres 30 Meter Tiefe erreicht.

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