Erste größere Erfolge in der „Hessenhaudoline“ bei Blaubeuren

Die I-Punkthalle

BLAUBEUREN Nach den großen Entdeckungen im Blautopf und in der Vetterhöhle bei Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) konnte jetzt auch in der so genannten „Hessenhaudoline“ ein erster Grabungserfolg erzielt werden. Dies teilte am Mittwochabend die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Blaukarst mit.

Die Doline – ein Erdeinbruch auf der Albhochfläche, etwa drei Kilometer nördlich des Blautopfs gelegen – soll nach Berechnungen von Experten einen weiteren Zugang zum Blauhöhlensystem ermöglichen. Seit Anfang 2006 gräbt deshalb die Arge Blaukarst in der „Hessenhaudoline“. Die Höhlenexperten glauben, dass die Doline hinter der so genannten „Apokalypse“ – einer erst jüngst entdeckten Riesenhalle in der Blauhöhle, die nur von Tauchern erreicht werden kann – in das Blauhöhlensystem hinein führt.

Nach Mitteilung von Thilo Müller (Tübingen) von der Arge Blaukarst stießen die Forscher in der Doline in etwa 30 Metern Grabungstiefe auf ein schmales „Fenster“ zwischen den Gesteinsblöcken. Nach einer kurzen Grabungsaktion konnte dieses „Fenster“ auf eine Größe erweitert werden, so dass durchgestiegen werden konnte. „Die Forscher zwängten sich durch den Spalt und fanden eine Halle, die eine Fläche von etwa acht mal zehn Metern aufweist und fünf Meter hoch ist“, berichtet Thilo Müller. Der Hohlraum sei mit Lehm und Bruchgestein bedeckt, er weise kaum Sinterschmuck auf, informiert Müller weiter. Der Hohlraum wurde „I-Punkt-Halle“ genannt, weil seine Entdeckung sozusagen den I-Punkt auf ein außergewöhnliches Forschungsjahr 2006 im Blauhöhlensystem setze. Mögliche Fortsetzungen der Halle sind verstürzt. In den letzten Wochen waren laut Müller Sicherungsarbeiten notwendig, um möglichst gefahrlos weiter graben zu können. Die Forscher hoffen, in weiterführende natürliche Hohlräume vorstoßen zu können.

Info

Die Arbeitsgemeinschaft Blaukarst ist ein Zusammenschluss von Höhlenforschern aus mehreren Höhlenvereinen der Schwäbischen Alb, derzeit sind rund 40 Personen aktiv. Die Grabung in der „Hessenhaudoline“ wurde am 7. Januar 2006 mit dem Ziel begonnen, einen trockenen Zustieg in das Blauhöhlensystem zu finden. Ausschlaggebend war die Entdeckung einer ausgeprägten Bewetterung (Luftzug) in der Doline ein halbes Jahr zuvor. Die Forschungserfolge der Teams in der Vetterhöhle und im Blautopf im Laufe des letzten Jahres haben bewiesen, dass sich eine riesige Höhle unter der mittleren Schwäbischen Alb verbirgt. Weitere Infos unter www.blauhoehle.de/blaukarst

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