Vision einer Schauhöhle in Blaubeuren

BLAUBEUREN (ra) In Blaubeuren gibt es die Vision, das neu entdeckte Höhlensystem, bestehend aus Vetter- und Blauhöhle, für die Öffentlichkeit zu erschließen. Dies bestätigte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten am Samstagabend bei einer höhlenkundlichen Veranstaltung in der Falkensteinhalle in Grabenstetten.

Bereits am Samstag hatte die Südwest Presse berichtet, dass Blaubeurens Bürgermeister Jörg Seibold der Idee einer Schauhöhle offen gegenüberstehe. Seibold wird mit den Worten zitiert: „Da steckt unheimlich viel Potenzial drin.“ Er selbst war erst kürzlich in die Vetterhöhle eingestiegen und hatte sich die gigantischen Hallen von Forschern der Arge Grabenstetten zeigen lassen. Seibold habe bereits sein Stadtbauamt beauftragt zu klären, welche Behörden beim Thema Schauhöhle einbezogen werden müssen, wobei klar sei, dass die Stadt Blaubeuren eine Finanzierung nicht leisten könne. Seibold will nun, so Fritz Mammel, in enger Zusammenarbeit mit der „Arge Grabenstetten“ ein in sich schlüssiges Konzept erarbeiten.

Mammel spricht bereits von einem Forschungsstollen, der die Arbeit der Arge Grabenstetten ungemein erleichtern würde. Dazu müssten etwa 20 Meter durch den Fels gebohrt werden muss, um in die riesige Höhlenhalle „Walhalla“ zu gelangen. Solch ein Stollen könne beispielsweise mit Hilfe von Sponsoren finanziert werden. Durch diesen Stollen könnten auch Taucher der „Arge Blautopf“ auf trockenem Wege bis zum „Wolkenschloss“ gelangen und müssten nicht durch den Blautopf eintauchen. So würden sie sich eine rund 600 Meter lange Tauchstrecke ersparen.

Die Forscher der Arge Grabenstetten stehen dem Ausbau zu einer Schauhöhle nicht ablehnend gegenüber. Allerdings könne natürlich nicht die ganze Vetterhöhle zur Schauhöhle ausgebaut werden, denn etliche Bereiche sind wegen lockeren Gesteins viel zu gefährlich. Ein Ausbau solle schonend vonstatten gehen, um möglichst wenig zu zerstören. Die Besucher einer Schauhöhle „Blauhöhlensystem“ würde schon zum jetzigen Forschungsstand einiges erwarten, so beispielsweise die 30 Meter hohe „Walhalla“, der „Drachenfelsgang“ mit viel Tropfsteinschmuck und der „Nordgang“, der zum „Wolkenschloss“ führt, wo der wasserführende Teil des Reiches der schönen Lau beginnt.

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