„Höhlenhochzeit“ weckt großes Interesse bei „Speläo Südwest“ in Westerheim

Volles Haus bei "Speläo Südwest" in Westerheim. Vor allem die entdeckte Verbindung von Vetter- und Blauhöhle weckte großes Interesse. FOTOS: THILO MÜLLER

WESTERHEIM (ra) Volles Haus am Samstagabend beim öffentlichen Vortrag im Rahmen von „Speläo Südwest“ im Zelt an der Schertelshöhle in Westerheim (Alb-Donau-Kreis). Die wenige Tage zuvor von der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Blautopf und Arge Grabenstetten gefundene Verbindung zwischen Vetterhöhle und Blauhöhle weckte großes Interesse an der Veranstaltung.

Über 100 Höhlenforscher hatten am Wochenende den Weg nach Westerheim gefunden. Zusammen mit höhleninteressierten Gästen feierten sie am Samstagabend „Höhlenhochzeit“. Markus Boldt (Arge Grabenstetten) und Werner Gieswein (Arge Blautopf) schilderten noch einmal detailliert die Entdeckung der Verbindung zwischen den beiden Karstsystemen, wodurch allmählich eine der größten Albhöhlen entsteht, die vielleicht schon bald in die Kategorie Riesenhöhle eingestuft werden kann, wie der Vorsitzende des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung, Herbert Janschke, bereits spekuliert.

Forscher der Arge Grabenstetten hatten dieser Tage in der Vetterhöhle in 62 Meter Tiefe einen See mit einem Lehmgebilde gefunden, wobei sie zunächst nur vermuteten, dass es sich dabei um das „Wolkenschloss“, die erste größere lufterfüllte Halle der Blauhöhle, handelt. Ein Tauchgang von Jochen Malmann und Werner Gieswein am 29. September brachte schließlich Gewissheit. Sie stießen hinterm „Wolkenschloss“ auf Spuren und letztlich auf Material und Vemessungsuntensilien der Arge Grabenstetten, sie hatten die Vetterhöhle erreicht.

Gezeigt wurden am Samstagabend auch Filmaufzeichnungen von Andreas Kücha und Jochen Malmann aus dem hinteren Teil der Blauhöhle. Die Aufnahmen entstanden für eine Dokumentation, die von ARTE und ZDF produziert wird.

Die Teilnehmer an „Speläo Südwest“, das in diesem Jahr vom Höhlenverein Westerheim organisiert worden war, hatten darüber hinaus noch Gelegenheit zur Teilnahme an Exkursionen und Wanderungen. Bei Vorträgen und in Foren wurden höhlenkundliche Themen diskutiert und neue Forschungsergebnisse vorgestellt.

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