Übung: Nach neun Stunden war „Verletzte“ aus der Höhle geholt

GRABENSTETTEN. 54 Höhlenretter aus ganz Deutschland haben am  Samstag in und an der Falkensteiner Höhle zwischen Bad Urach und Grabenstetten (Kreis Reutlingen) an der größten,  jemals in Deutschland abgehaltenen Höhlenrettungsübung teilgenommen.

Am frühen Morgen, kurz vor 6.30 Uhr ging dann bei Gesamteinsatzleiter  Alexander Maier die Alarmierung per Handy ein. Eine Frau sei in der  Falkensteiner Höhle bei Bad Urach gestürzt, sie sei verletzt, man wisse  jedoch nicht, wie schwer und wo sie sich in der Höhle befinde.  Der  alarmierende Begleiter sei nach dem Telefonat mit der Rettungsleitstelle wieder in die Höhle gegangen.

Vom Übernachtungsort der Höhlenretter, der Nicolaiwasenhalle in Bad Urach, wurden zuerst die Kräfte der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. in Marsch gesetzt. An der Höhle angekommen, machten sich ein dreiköpfiger Vorstoßtrupp mit Notarzt, der Rettungsleiter und ein weiterer Höhlenretter fertig, eine Einsatzleitung wurde aufgebaut. Kurz darauf traf auch das von der  Berufsfeuerwehr Reutlingen angelieferte Rettungsmaterial des Teams ein.

Dem  Einstieg der ersten Mannschaft folgte ein Höhlentaucher, dessen Aufgabe es  war, den ersten Siphon, etwa 400 Meter tief in der Höhle, abzusichern. Nach und nach forderte die Einsatzleitung weitere Kräfte nach, zuerst die Helfer der Malteser Höhlenrettung, dann die ihre Kollegen aus Nord- und Südbayern  sowie Thüringen. Die Mannschaften richteten eine Telefonverbindung in die Reutlinger Halle ein, bauten vor dem ersten Siphon eine Verpflegungs- und  Aufwärmstation auf und halfen beim Transport der Trage.

Bereits um 14 Uhr hatte die „Verletzte“ den Siphon passiert und war auf dem Weg ans Tageslicht. Gegen 16.30 Uhr, nach neun anstrengenden Stunden, erreichten Retter und Opfer  wohlbehalten das Höhlenportal

Autor: Alexander Maier, Einsatzleiter

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