Weitere Entdeckungen in der Vetterhöhle – „Walhalla“ mit gigantischen Dimensionen

BLAUBEUREN (ra) In der Vetterhöhle bei Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) wurden schon wieder neue Hallen entdeckt, die immer größere Dimensionen annehmen. Die „Walhalla“, wie einer der neuen Höhlenteile von den Höhlenforschern benannt wurde, ist laut Markus Boldt von der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten 70 Meter lang, 40 Meter breit und 30 Meter hoch.

Nur wenige Wochen nach dem Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft in der Vetterhöhle bei Blaubeuren den „Palast der Winde“ entdeckt haben, wurden dessen Ausmaße von 50 Metern Länge, 25 Metern Breite und teilweise bis zu 17 Metern Höhe von den neu entdeckten Höhlenteilen weit übertroffen. Die „Walhalla“, so Markus Boldt aus Schmiechen, „ist wohl einer der größten Karsthohlräume der deutschen Mittelgebirge“. Erst Ende Juli hatten Mitglieder der Arge Grabenstetten auf der „Sommerbühne“ in Blaubeuren vor rund 400 Gästen ihre Forschungsarbeit in der Vetterhöhle bei Blaubeuren und die Entdeckungen vorgestellt. Die Höhlenforscher sind sich ziemlich sicher, dass die Vetterhöhle, nahe der Bundesstraße 28 gelegen, Teil der Blauhöhle ist, die bislang nur im Tauchgang durch den Blautopf zugänglich ist. In der Blauhöhle hatte Andreas Kücha von der Arge Blautopf erst im letzten Jahr nach 1400 Metern Tauchstrecke hinter dem so genannten „Mörikedom“ einen Gang mit riesigen Dimensionen entdeckt.

Die Fortsetzungen in der „Vetterhöhle“ ziehen nach Aussagen von Markus Boldt „großräumig Richtung Süden“. Boldt: „Darunter sind zwei weitere Hallen mit einer Größe von 50 Metern Länge mal 30 Metern Breite und 30 Metern Höhe.“ Der großräumige Gang in Richtung Blautopf, wurde laut Boldt in Anlehnung der Namensgebung durch Andreas Kücha (Arge Blautopf), der seine Neuentdeckung in der Blauhöhle „Landweg“ genannt hatte, jetzt von den Forschern in der Vetterhöhle „Vorderer Landweg“ genannt. Dieser „Vordere Landweg“ wird durch mehrere  große Versturzzonen geprägt, berichten die Forscher. So müsse man teilweise bis zu zehn Meter auf- und wieder absteigen, bis man nach etwa 250 Metern in den „Falkensteiner Gang“ gelange. Hier ändere sich der Charakter des bisher großräumigen Ganges völlig. „Wir befinden uns in einer bis zu 20 Meter hohen, schmalen Kluft, welche weitere 50 Meter in Richtung Süden zieht“, sagt Boldt. Am derzeitigen Ende erreiche man eine Querkluft, die in einem bisher unerforschten Siphon ende. An dieser Stelle sei mit der Vermessung auch der Karstwasserspiegel (512 m ü. NN) erreicht.

Bei der Vermessung wurde, laut Boldt, durch einen zunächst kleinen, engen Seitengang ein weiterer mit schönen Versinterungen versehener Abzweig entdeckt. Dieser ziehe sich teilweise sehr großräumig in südöstlicher Richtung auf einer Länge von 250 Metern. Dieser Höhlenteil erhielt den Namen Drachenfelsgang, weil er sich unterhalb der gleichnamigen markanten Felserscheinung in Blaubeuren befinde. In diesem Bereich wurde nach Angaben der Arge Grabenstetten auch ein 35 Meter tiefer Schacht befahren, der auch in diesem Bereich auf das Karstwasserniveau führt.

„Die Dokumentation der neuen Höhlenräume werden uns mehrere Monate beschäftigen, in denen wir sicherlich weitere Entdeckungen machen werden, weil bei den bisherigen Vermessungsarbeiten viele mögliche Fortsetzungen ‚rechts und links des Weges‘ bisher nicht begangen werden konnten“, sagt Markus Boldt. Ähnlich wie die Entdeckung des Drachenfelsganges, könnten hier noch weitere Fortsetzungen schlummern.

Die Forscher in der „Vetterhöhle“ haben bislang 1100 Meter Gesamtlänge eingemessen. Diese Vermessungsarbeiten wurden in mehreren Höhlenbefahrungen in insgesamt 200 Arbeitsstunden geleistet, berichtet Markus Boldt.

Im kommenden Jahr soll an der „Vetterhöhle“ die Sicherung des gegrabenen Eingangsschachtes erfolgen. „Dabei“, so Markus Boldt, „sind sehr aufwändige und finanziell für unseren Verein nicht einfach tragbare Arbeiten zu leisten, die sicherlich mindestens das Jahr 2007 in Anspruch nehmen werden. Hierfür hoffen wir auf viel Unterstützung durch öffentliche Stellen und private Sponsoren“.

Am 2. September werden die neu erforschten Teile der Vetterhöhle erstmals einem Fachpublikum im Rahmen der Tagung des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher (VdHK) in Oberstdorf (Allgäu) vorgestellt.

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