Strafen für Schneediebstahl aus Höhle in Tschechien

PRAG Sechs Deutsche aus Sachsen sind nach einer Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa) wegen der Beschädigung eines Naturdenkmals in Tschechien von den Behörden im Kreis Karlovy Vary (Karlsbad) mit Bußgeldern von bis zu 1800 Euro zur Kasse gebeten worden.  Die Gruppe war laut dpa im Juli 2005 mit einem Lastwagen an der nordböhmischen Felsformation „Eispinge“ vorgefahren und hatte einen Teil des dort das ganze Jahr über liegenden Schnees abtransportiert.

Anlass für den „Scheediebstahl“  war der Wettbewerb eines sächsischen Rundfunksenders. Dieser hatte aufgefordert, mitten im Sommer eine Schneemannfamilie zu bauen.

Bei ihrer Aktion seien die Deutschen sowie die Nummernschilder der Fahrzeuge fotografiert worden, sagte laut dpa ein Polizeisprecher am Sonntag im Prager Rundfunk. Es werde mindestens fünf bis sechs Jahre dauern, bis die Natur das entnommene Eis in der Höhle ersetzt habe, sagte ein tschechischer Umweltschützer.

Eine Sprecherin des sächsischen Rundfunksenders Radio PSR Leipzig hatte laut dpa unmittelbar nach Bekanntwerden des Schadens im Juli 2005 gesagt, es sei „keinesfalls gewollt gewesen, dass jemand mit einem Transporter Schnee stehlen fahre“.

Die „Eispinge“ unmittelbar an der Grenze zu Sachsen wird jährlich von tausenden Touristen besucht. Auf Grund besonderer Temperaturverhältnisse hält sich in der in Folge des Bergbaus entstandenen Höhle das Eis eines Winters das ganze Jahr über.

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