140 Geo-Experten treffen sich in Ulm

ULM In Ulm hat die „10. Internationalen Jahrestagung der FachsektionGeotop in der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften“ begonnen. Schwerpunktthema der Fachtagungist das Thema „Geotope – Bausteine der Regionalentwicklung“. Gastgeber ist der Alb-Donau-Kreis, Ausrichter sind das Geologische Landesamt in Freiburg sowie das Geo-Forum Baden-Württemberg.

Rund 140 Experten aus den deutschsprachigen Nachbarländern und aus China, Albanien und Australien sind zu Gast, hören Fachvorträge und gehen auf Exkursionen, berichtet die Südwest Presse Ulm (SWP).

Was sich zunächst sperrig und nach wissenschaftlichem Elfenbeinturm anhöre, sei es bei näherer Betrachtung ganz und gar nicht, schreibt SWP-Redakteurin Ulrike Schleicher. „Geotope sind keine Denkmäler“, wird Dr. Wilfried Rosendahl, Kurator der Mannheimer Reiß-Engelhorn-Museen und Mitglied bei der Arge Grabenstetten, zitiert. „Und bei der Fachtagung treffen sich auch keine grauen Häupter“, sagt Rosendahl laut Zeitungsbericht. Egal, ob die vielen Höhlen, der Blautopf, das Lonetal, die Steinbrüche im Blautal, die Kies- und Sandabbaugebiete im Süden, die Sandgrube in Rammingen, die Meeresmolasse bei Ballendorf und vieles andere – all das soll unbedingt für die Bevölkerung offen sein. „Wir wollen die Bedeutung dieser Geotope noch mehr ins Bewusstsein rücken“, ergänzt laut SWP Professor Joachim Vogt vom Institut für Regionalwissenschaft der Uni Karlsruhe. Dabei nutzen die Organisatoren das steigende Interesse der Leute für ihre Regionen in den vergangenen Jahren.“Anscheinend ist Identität mit der Heimat gefragt, eine Art Gegengewicht zur Globalisierung“, so die These bei einer Pressekonferenz.

Ziel der Wissenschaft sei, eine Art Anleitung zu geben – für die Bevölkerung, aber auch für die Politik: Tourismus und Pädagogik, Regionalmarketing und Wirtschaftsgeschichte sollen unter einen Hut, berichtet die SWP. In punkto Tourismus beispielsweise werbe der Alb-Donau-Kreis bereits seit Jahren unter anderem mit Höhlen-Touren. Es gebe die so genannten Alb-Guides, speziell ausgebildete kompetente Führer, die Touristen begleiten. Auch dass die Schwäbische Alb hat das Gütesiegel „Geo-Park“ hat wird erwähnt. Zudem sei weiter bei der Unesco beantragt, „einige Geotope aus der Region als Welterbe-Stätten auszuzeichnen“, hat laut Zeitung Dr. Baldur Junker vom Geologischen Landesamt berichtet. Alles Pfunde, mit denen man wuchern könne.

Als ein weiterer wichtiger Aspekt wird im Artikel die Zusammenarbeit der Wissenschaftler mit den rührigen Ehrenamtlichen in den verschiedenen Vereinen genannt. „Es findet ein reger Austausch statt“, wird Rosendahl zitiert. Die einen seien die Praktiker, die anderen lieferten die Theorie. So zum Beispiel die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Blautopf, die Arge Höhle und Karst Grabenstetten oder der Höhlen- und Heimatverein in Laichingen. Auch Bauern auf der Alb hätten ganz schön viel Ahnung von Fossilien. Dieses Wissen solle erhalten werden.

Nicht ganz so ideal sieht es laut SWP-Beitrag mit der finanziellen Unterstützung aus. „Der Naturschutz bekommt mehr Zuschüsse“, wird Junker zitiert. Geldgeber sei, neben der EU etwa auch die Rohstoffindustrie, die lokale Projekte unterstütze. Ziel müsse aber sein, Naturschutz, Geologie und Archäologie zu vereinen.

INFO

Begleitend zu der 10. Internationalen Fachtagung ist ein Buch erschienen, in dem alle Exkursionen der Experten verständlich beschrieben sind. Das Buch ist das 18. in der Reihe „Wanderungen in die Erdgeschichte“ vom Dr. Friedrich Pfeil Verlag in München. Es ist schön bebildert, sogar Ansprechpartner sind genannt. Es kostet 22 Euro und ist im Buchhandel sowie im Landratsamt des Alb-Donau-Kreises erhältlich.

(Siehe dazu auch den Beitrag Geotope sind „in“ vom 12.05.2006)

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