Relikte aus der letzten Eiszeit

RHÖN  Wie vor 10.000 oder 20.000 Jahren haben heute Alpenstrudelwurm und Rhönquellschnecke immer noch ihr Zuhause in der Rhön. Sie sind die letzten ihrer Gattung auf der Welt. Dass es die Tierchen noch gibt, beweist, dass es im Biosphärenreservat Rhön Biotope gibt, die sich im Laufe der Zeit so gut wie nicht verändert haben und heute noch diesen anspruchsvollen Arten einen Raum bieten, um existieren zu können. Das berichtet die Fuldaer Zeitung.

„Sie leben in extrem sauberen und abseits gelegenen Quellen in höheren Lagen. Der Quellwald am Kesselrain bei Wüstensachsen ist ein solches Rückzugsgebiet“, erklärt laut Zeitungsbericht Stefan Zaenker, Vorsitzender des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung in Hessen. Er und seine Kollegen registrierten in den Rhöner Quellen allein 305 Arten, die bislang unbekannt waren, schreibt Rainer Ickler in seinem Zeitungsbeitrag.

„Wir leisten uns den Luxus, im Biosphärenreservat zu forschen. Es handelt sich um erstklassige Freilandlabore“, wird Heinrich Heß, Geschäftsführer der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, im Bericht zitiert. „Obwohl die Liste der bedrohten Tierarten immer länger wird, gelingt es uns in der Rhön, neue Arten zu entdecken“, freut er sich.

Zaenker nennt andere seltene Exemplare, die er bei seinen Exkursionen entdeckt hat. Pilz- und Bindenmücken etwa, die seltene Höhlenspinne (die Mutter wird von den Kindern aufgefressen), aber auch Muschelkrebse oder Grundwasserflohkrebse. Größere Tiere wie die Mopsfledermaus, die es früher in unserer Region zu tausenden gab, danach aber vom Aussterben bedroht war, ist in der Rhön wieder heimisch geworden, freut er sich. Ob dies dem Birkhuhn gelinge, steht noch nicht fest.

Auch bei den Pflanzen sind in der Rhön in den letzten Jahren Exemplare entdeckt worden, die europaweit Seltenheitscharakter besitzen.

Autor: Rainer Ickler

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