„Riesending“ tiefste Höhle Deutschland

BERCHTESGADEN Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Bad Cannstatt ist es gelungen, in eine am Untersberg bei Berchtesgaden gelegene Schachthöhle bis auf 914 Meter Tiefe vorzudringen. Nach vier Jahren intensiver Forschung, so teilt Lars Bohg von der ARGE Bad Canstatt mit, löst die am Untersberg gelegene Schachthöhle „Riesending“ den Geburtstagsschacht am Hohen Göll (1336/72, Tiefe: -698 m) als tiefste deutsche Höhle ab.

„In über 20 Mehrtagestouren gelang es einer jungen Forschergruppe aus Mitgliedern und Freunden der ARGE Bad Cannstatt, bis in eine Tiefe von derzeit 914 Meter vorzudringen. Die vermessene Gesamtlänge beträgt aktuell 3170 Meter. Der Eingangsschacht wurde im Rahmen einer Plateau-Vermessung bereits im Jahr 1995 entdeckt, blieb jedoch im Schatten anderer Projekte bis 2002 nahezu unbeachtet“, sagt Bohg. Der Erfolg sei das Ergebnis einer über 25 Jahre andauernden, kontinuierlichen Forschungstätigkeit der ARGE Bad Cannstatt auf dem Untersberg, so Bohg weiter.

Die Forschungsaktivitäten in der mit zunehmender Tiefe komplexer werdenden Höhle versprechen nach Anicht der Forscher auch für die kommende Untersberg-Saison einigen Neulandgewinn. Dabei soll vor allem die systematische Bearbeitung der Höhle unter den Aspekten der Speleogenese und der Morphologie vorangetrieben werden. Aussagekräftige Informationen zum Höhlenklima werden bereits seit dem Frühsommer 2005 mittels Datenlogger erhoben und mit den Daten der Wetterstation am Salzburger Hochthron korreliert. Um ein möglichst detailliertes Bild von den Höhlen am Untersberg zu erhalten, werden alle höhlenrelevanten Daten in ein digitales Geländemodell eingepflegt und in einer html-gestützten Datenbank zusammengefasst, erklären die Forscher.

Weitere Info unter: www.lehmpfuhl.org/

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