Durch die Erde und unter Wasser

BLAUBEUREN Die Höhlensysteme der Alb kann man auf unterschiedliche Weise erforschen. Wie sie das machen, erläuterten die Arge Blautopf und die Arge Höhle und Karst Grabenstetten jetzt in Blaubeuren.

Die einen graben sich von oben durch, die anderen tauchen von unten immer weiter hinein ins Höhlensystem der Schwäbischen Alb. Beide Gruppen, die den Geheimnissen der Blauhöhle auf der Spur sind, die Arge Höhle und Karst Grabenstetten und die ArgeBlautopf, haben jetzt sich und ihre Arbeit am Quelltopf der Blau in der Blaubeurer Stadthalle vorgestellt. Veranstalter des Vortragabends war der Arbeitskreis „Kultur und Geschichte“.

24 Meter hat sich die Arge Grabenstetten in der Vetterhöhle oberhalb Blaubeurens inzwischen in die Tiefe gegraben, erläuterte Markus Boldt. Damit ist man auf einer Höhe von 550 über dem Meeresspiegel, das „Wolkenschloss“ in der Blauhöhle liegt auf 512 Meter. Antrieb und Hoffnung der Höhlenforscher ist, irgendwann eine Verbindung, einen „trockenen Weg“, von der Vetterhöhle zur Blauhöhle zu finden. Indiz, dass sich dahinter ein weit in die Tiefe reichenden und großer Hohlraum verbirgt, ist ein ständiger starker Luftzug.


Von der Wasserseite her erforschen die Taucher von der Arge Blautopf mit ihren 16 Mitgliedern das weit verzweigte System der Blauhöhle auf ihrer Suche nach dem Ursprung der Blau. Immer weiter dringen sie dabei vor und haben im Frühjahr 1,4 Kilometer hinter der Quelle einen lufterfüllten, zehn Meter hohen und zehn Meter breiten Gang entdeckt. Mit Grafiken und beeindruckenden Filmaufnahmen entführten sie die Zuschauer in die Blauhöhle.

„Nach den von uns erstellten Plänen liegt der bis jetzt erreichte Endpunkt des Höhlensystem unter den Hessenhöfen“, erklärte Herbert Jantschke. Von seinen Tauchgängen und Entdeckungen berichtete Andras Kücha. „Es ist schon ein einzigartiges Erlebnis, als zweiter Mensch nach Jochen Hasenmeyer den Mörikedom zu erreichen“, schilderte er seine Gefühle. Er berichtete von einer Märchenwelt mit außergewöhnlichen, riesigen Tropfsteinen. Den hinter Mörikedom, Mittelschiff und Äonendom liegenden lufterfüllten Raum haben die Taucher Otrivienhalle getauft. Was danach kommt, weiß noch keiner. Aber die Taucher von der Arge Blautopf werden nicht lockerlassen.

Autorin: Eva Menner

Aus Südwest Presse vom 28.11.2005

Kommentare sind hier nicht möglich