Die Geheimnisse der Blauhöhle

BLAUBEUREN In der dunklen Höhlenwelt sind sie noch nicht aufeinander gestoßen, die in der Vetterhöhle grabenden Forscher und die in der Blauhöhle tauchenden Froschmänner. Doch am 25. November treffen sich sich in der Stadthalle. Dort berichten sie von ihren Ergebnissen.

Beide Forschergruppen versuchen der Blauhöhle ihre Geheimnisse zu entlocken. Die „Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten“ gräbt in der Vetterhöhle oberhalb von Blaubeuren immer tiefer, in der Hoffnung einen trockenen Zugang zum verzweigten System der Blauhöhle zu finden. Die „Arge Blautopf“, bestehend aus 15 Höhlentauchern, dringt vom Blautopf aus immer weiter in die Höhle vor und hat im Frühjahr 1,4 Kilometer hinter der Quelle einen lufterfüllten Gang entdeckt. Eifrig wird spekuliert, ob die Forscher irgendwann eine Verbindung zwischen der Vetterhöhle, die am Hang des Galgentäles oberhalb von Blaubeuren in die Tiefe führt, und der Blauhöhle entdecken werden. 

„Mörike-Dom schon bald für die Bevölkerung zugänglich?“ lautet denn auch auf der Internetseite des Blaubeurer Arbeitskreises „Kultur und Geschichte“ der Titel für die Veranstaltung am 25. November, 19.30 Uhr, in der Stadthalle. Die „Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten“ will an dem Abend eine Skizze zeigen, wie man sich eine Verbindung vorstellen kann. „Das ist aber noch reine Fantasie“, sagt Petra Boldt aus Schmiechen, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins.
Beflügelt wird die Fantasie von den jüngsten Entdeckungen. Die Höhlenfreunde haben in der Vetterhöhle mittlerweile 24 Meter tief gegraben, dort fanden sie Tropfsteine, auch Boden-Tropfsteine. „Wir sind in einem eingestürzten Höhlenraum“, sagt Petra Boldt. Immer noch ist von unten ein Luftzug zu spüren – ein Hinweis auf weiter unten liegende Höhlen-Hallen.

Der Vortrag über die Vetterhöhle mit einem Film und am Computer erstellten Grafiken wird 15 bis 20 Minuten dauern. Während diese Bilder bisher nicht vor großem Publikum gezeigt wurden, sind die Aufnahmen der Blautopftaucher schon bekannter. Ihr Film wurde im Juli auf der Sommerbühne am Blautopf vor 800 Zuschauern gezeigt. Danach gab es viele Anfragen und Bitten, die Aufnahmen nochmals zu zeigen. „Wir haben den einleitenden Vortrag etwas umgestellt“, sagt Projektleiter Michael Schopper. Ganz neue Bilder aus der Blauhöhle werden nächsten Freitag aber nicht zu sehen sein.
Taucher der Arge waren in den vergangenen Wochen wieder in dem lufterfüllten Gang, weit im Innern der Schwäbischen Alb. Sie planen weitere Vorstöße. „Wir nutzen die stabile Wetterlage“, sagt Schopper. Jetzt im Herbst sei die Schüttung des Blautopfes geringer als während des regnerischen Sommers. So werden in absehbarer Zeit weitere Bilder aus dem dunklen Neuland zu sehen sein. Michael Schopper: „Wir sind massiv dran.“

INFO
Der Vortrag mit dem Titel „Auf der Suche nach dem Ursprung der Blau“ beginnt am Freitag, 25. November, um 19.30 Uhr im großen Saal der Stadthalle. Veranstalter ist der Arbeitskreis „Kultur und Geschichte“.

Aus der SÜDWEST PRESSE , Blaumännle, vom 18. November 2005

Autor: Joachim Striebel

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