„Stolpersteine“ zum Gedenken an Benno Wolf

BERLIN Zum Gedenken an Opfer nationalsozialistischer Gewalt hat der Kölner Künstler Gunter Demnig in den vergangenen Tagen in Berlin mehr als 90 weitere „Stolpersteine“ verlegt, meldet der Evangelische Pressedienst (epd).

In insgesamt acht der zwölf Berliner Bezirke habe er in Gehwegen Quader mit Namen und Lebensdaten von Verfolgten des Nazi-Regimes eingelassen, sagte der Initiator des bundesweiten Projektes am Sonntag dem epd. Damit gibt es in der Bundeshauptstadt nun fast 1000 „Stolpersteine“.

Die Messingplatten werden als Oberseite eines Würfels aus Beton in das Pflasterwerk vor den letzten bekannten Wohnungsadressen der NS-Opfer eingebracht. In Kreuzberg verlegte Demnig am Freitag einen „Stolperstein“ zum Gedenken an den Naturschutzjuristen und Höhlenforscher Benno Wolf. Er war im März 1943 im KZ Theresienstadt ermordet worden.

Ein weiterer Stein erinnert an den homosexuellen Kaufmann Wilhelm Machold, der Mitglied des Bunds für Menschenrechte war und 1942 im KZ Sachsenhausenn ums Leben kam. Insgesamt erinnern laut Demnig mittlerweile über 5500 „Stolpersteine“ in fast 100 deutschen Kommunen an die Deportation und Ermordung ehemaliger Nachbarn und Mitbewohner. Das Projekt war von dem Bildhauer vor zehn Jahren ins Leben gerufen worden. Die Patenschaften für die 95 Euro teuren Mahnmale werden meist von Bürgerinitiativen übernommen. Im kommenden Jahr sollen auch in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen „Stolpersteine“ verlegt werden.

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