Alte Funde menschlicher Vorfahren bei Beijing entdeckt

BEIJING In einer Höhle hinter dem Dorf Xitaiping in Shidu, 70 Kilometer vom Zentrum Beijings entfernt, wurden eine Vielzahl alter Tier-Fossilien entdeckt, zu denen auch Stiere, Schafe und Hasen zählen. Der Touristenort Shidu befindet sich im Vorortgebiet Fangshan südwestlich von Beijing, meldet das China Internet Information Center.

Erste Untersuchungen durch Experten belegen, dass diese Lebewesen vor 100.000 Jahren lebten und somit vor dem späteren Höhlenmenschen und nach dem Peking-Menschen. Gleichzeitig stießen sie auf einen zwei Meter langen Aschestreifen und Fossilien von Zähnen, die menschlichen Vorfahren gehört haben sollen. Die Fundstätte befindet sich rund 35 Kilometer von Zhoukoudian entfernt, wo der Pekingmensch einst lebte.

Die Fossilien waren rein zufällig im Rahmen eines Programms für Tourismusentwicklung gefunden worden, heißt es in der Meldung.

Der Professor für Tourismus Bi Fengxiang von der Beijinger Universität für Internationale Studien, der ebenfalls an diesem Programm beteiligt ist, erzählt vom Fund einer tiefen Höhle in den Bergen im vergangenen April. Nach Betreten der Höhle und Passieren von weiteren 1000 Metern wurde die Höhle durch einen unterirdischen Fluss blockiert. Am 7. April nahmen Arbeiter dann schließlich die Ausgrabungsarbeiten auf. Dabei stießen sie auf eine Vielzahl alter Tierknochen. Zu einem späteren Zeitpunkt bestätigten Experten vom Forschungsinstitut für Paläo-Wirbeltiere und Paläo-Anthropologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, dass diese bereits vor 100.000 Jahren existierten. Professor Bi stieß darüber hinaus auf zwei Fossilien von Zähnen, die menschlichen Vorfahren gehört haben sollen. Diese Zähne stammten nicht von Tieren, sondern ähnelten menschlichen Backenzähnen, erklärt Bi.

Der Aschestreifen weist auf mögliche menschliche Aktivitäten im Shidu-Gebiet vor rund 100.000 Jahren hin, das auch ein weiterer Fundort des Pekingmenschen sein könnte, sagt Bi weiter. Der Experte Lan Lizhi hingegen argumentiert, dass ein Aschestreifen nicht unbedingt auf eine menschliche Existenz hindeuten müsse. Denn ein Waldfeuer könne ähnliche Spuren hinterlassen. Ein durch unsere Vorfahren entzündetes Feuer an dieser Stelle lasse sich nur durch einen Aschestreifen und das Vorkommen menschlicher Fossilien beweisen.

Kommentare sind hier nicht möglich