Neandertaler und Hyänen machten sich das Leben schwer

WASHINGTON Neandertaler und Hyänen haben sich in der Steinzeit Fleisch und Wohnhöhlen streitig gemacht. Diese Erkenntnisse ergeben sich nach einer Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa) aus dem Fund eines 41.000 Jahre alten Neandertaler-Oberschenkelknochens aus Frankreich.

Archäologische Indizien zeigten, so heißt es in der dpa-Meldung, dass Neandertaler und Hyänen dieselben Tiere verspeist hätten. Dies berichte Cédric Beauval von der Universität Bordeaux und Kollegen in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften. Außerdem belege der Fund eine größere Mobilität der damaligen Neandertaler als bislang gedacht.

Der Oberschenkelhalsknochen stammt aus einer Höhle in Westfrankreich, die zu Lebzeiten der Neandertaler auch Hyänen beherbergt haben soll. Einige in der Wohnhöhle gefundenen Tierknochen zeigten sowohl Zahnabdrücke von Hyänen als auch Spuren von Schneidewerkzeugen, schreibt das Forscherteam, zu dem auch Svante Pääbo vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie gehört. Außerdem sei auch der Neandertalerknochen von Fleischfressern abgenagt worden, wahrscheinlich von Hyänen. Dies illustriere die scharfe Konkurrenz um Nahrung und Platz in der Mittleren Altsteinzeit.

Die Form des Oberschenkelknochens belege darüber hinaus, dass die Neandertaler dieser Zeit bereits weiter gewandert sind und ein größeres Einzugsgebiet hatten als bislang bekannt, betonen die Forscher. Die Entwicklung einer größeren Mobilität habe – anders als gedacht – bereits vor der Ankunft der modernen Menschen in Europa begonnen, die die Neandertaler schließlich verdrängten. Form und DNA-Analyse hatten den Knochen als den eines Neandertalers ausgewiesen, heißt es in der Agenturmeldung.

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