Geologisches Landesamt bewertet Neuentdeckungen im Blautopf anders

STUTTGART / FREIBURG Das Landesamt für Geologie hat die Neuentdeckungen von Jochen Hasenmayer im Blautopf etwas anders beurteilt als er selbst. Laut einer Meldung der DeutschenPresseagentur (dpa) sieht das Landesamt in den Entdeckungen „wichtige Funde“, es werden aber andere Schlussfolgerungen daraus gezogen.

Die Geologen seien zu dem Ergebnis gekommen, dass die Höhlen nicht aus dem Tertiär sondern dem Quartär stammen – also nur 10 000 bis zwei Millionen Jahre alt sind, sagte laut dpa der Leiter der Abteilung Hydrogeologie Wilhelm Schloz.

Hasenmayer hatte – wie heute die Medien berichten – bei einer Tauchfahrt in die Karstquelle „Blautopf“ neue unterirdische, wassergefüllte Hallen entdeckt. Bei einer Expedition am vergangenen Wochenende sei er mit seinem Spezial-U-Boot fast 1,8 Kilometer in die Höhlen vorgedrungen, bestätigte Hasenmayer am Dienstag. Das sei weiter als es je ein Mensch zuvor geschafft habe. Bis zu 450 Meter hinter dem „Mörike-Dom“ habe er zwei neue, bisher unbekannte unterirdische Seehallen entdeckt, sagte Hasenmayer, der seit einem Tauchunfall von 1989 querschnittsgelähmt ist und in einem Spezial-U-Boot taucht.

In den Höhlen fand Hasenmayer nach eigenen Angaben Tropfsteine mit einer Größe von teilweise bis zu 22 Metern und Tropfwasserrinnen. An Spuren sei zu erkennen, dass die Höhlen einmal komplett unter Wasser gestanden hätten, was nur vor etwa 25 Millionen Jahren der Fall gewesen sein könnte. Damals lag die ganze Region am Grund eines Meeres. Damit habe er die älteste bisher nachgewiesene Tropfsteinhöhle der Erde entdeckt, sagte Hasenmayer. Seine Interpretationen sind unter Experten jedoch umstritten, heißt es in der Meldung.

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