Musik hatte in der Vorzeit offenbar hohen Stellenwert

TÜBINGEN Am Donnerstag wurde in Tübingen die die auf der Schwäbischen Alb gefundene Flöte aus Mammutelfenbein vorgestellt. Das Instrument beweist nach Ansicht der Forscher den hohen Stellenwert der Musik in der Vorzeit, heißt es dazu in einer Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa).

Elfenbein sei das damals kostbarste verfügbare Material gewesen, sagte laut dpa der Tübinger Archäologe Nicholas Conard am Donnerstag bei der Präsentation der mit rund 35 000 Jahren möglicherweise ältesten Flöte der Welt. Das harte Material sei sehr schwer zu bearbeiten gewesen, was die Bedeutung ebenfalls unterstreiche. „Die Flöte gehört zu den spektakulärsten Funden aus den Höhlen der Schwäbischen Alb“, urteilte Conard nach der Agenturmeldung. Die Flöte ist derzeit in einer Sonderausstellung im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart zu sehen.

Die Mammutelfenbein-Flöte stammt aus der Geißenklösterle-Höhle bei Blaubeuren, in der Forscher auch zwei eiszeitliche Flöten aus Vogelknochen fanden. Die Instrumente seien deutlich älter als alle anderen bekannten Musikinstrumente, sagte Conard. Sie wurden in einer Zeit gespielt, zu der in Europa sowohl die letzten Neandertaler als auch die ersten modernen Menschen lebten.

Die Forscher setzten die knapp 19 Zentimeter lange Flöte aus 31 bereits in den 70er Jahren gefundenen, aber erst in diesem Jahr ausgewerteten Elfenbein-Bruchstücken zusammen. Das Instrument besteht aus zwei Hälften, die vorsichtig geschnitzt und dann mit Pech zusammengeklebt wurden. Der Experte für archäologische Musik, Friedrich Seeberger, fand in Experimenten heraus, dass die Steinzeitmenschen mit der Flöte Melodien spielen konnten, die auch nach heutigen Gesichtspunkten ansprechend und variantenreich gewesen sein könnten, berichtet dpa.

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