Höhle von Johannes dem Täufer gefunden?

LONDON. Ein britischer Archäologe will in der Nähe von Jerusalem die Höhle Johannes des Täufers gefunden haben. Das meldet der Evangelische Pressedienst (epd).

Epd beruft sich auf die englische Zeitung „The Times“, die am Montag berichtete, Shimon Gibson habe in der Nähe des Dorfes Ain Karim westlich von Jerusalem eine Höhle aus der Zeit Johannes des Täufers entdeckt, die ein Taufbecken, Wandreliefs und Töpfergut enthält. Ain Karim ist der Überlieferung nach der Geburtsort des biblischen Bußpredigers, der als der Vorgänger Jesu gilt und ihn den Evangelien zufolge im Fluss Jordan getauft hat.

In eine der Höhlenwände sei eine Figur aus dem vierten oder fünften Jahrhundert eingeritzt, die einen Stab hoch halte und damit an Darstellungen des Täufers in frühbyzantinischer Kunst erinnere, sagte Gibson der Zeitung. Es handele sich ganz sicher um eine Höhle, die von frühen Verehrern des Täufers genutzt worden sei.

„Zum ersten Mal können wir sogar sagen, dass dies sehr wahrscheinlich der Ort ist, an dem Johannes der Täufer selbst gewirkt und seine Taufen durchgeführt hat“, sagte der Forscher laut epd-Meldung, dessen Projekt von der Universität North Carolina finanziert wird. Die mit 24 mal 3,5 Metern ungewöhnlich große Höhle verfüge über ein Taufbecken, dass groß genug sei, um bis zu 30 Täuflinge aufzunehmen. Bislang an anderen Orten entdeckte Taufbecken waren deutlich kleiner.

Der jüdische Historiker Flavius Josephus berichtete bereits im ersten Jahrhundert, dass Johannes ungewöhnliche Taufmethoden benutzte, indem er zahlreiche Menschen gleichzeitig getauft habe. Erste Analysen der Höhle ergaben, dass sie bis ins 11. Jahrhundert in Benutzung war. Gibson will seine Ergebnisse am Donnerstag in seiner Studie „The Cave of John the Baptist“ veröffentlichen.

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