Ältesten Schmuck der Welt in Südafrika entdeckt

KAPSTADT In einer südafrikanischen Höhle haben Wissenschaftler den weltweit bislang ältesten Schmuck entdeckt, der sich eindeutig datieren lässt, das meldete jetzt die Nachrichtenagentur dpa.

Nach dem Bericht der Agentur handelt es sich um 75.000 Jahre alte, mit Resten von Ockerfarbe bedeckte und durchbohrte Schneckenhäuser, die aus der afrikanischen Mittelsteinzeit stammen und offensichtlich Teil einer Halskette waren.

Der neue Fund ist nach Angaben der US-Wissenschaftsstiftung NSF rund 30 000 Jahre älter als alle jemals zuvor identifizierten persönlichen Schmuckgegenstände. Dies lege den Schluss nahe, dass sich das Kunstempfinden und moderne Verhalten des Menschen sehr viel früher entwickelt habe als bisher bekannt, berichtet ein Archäologenteam um Christopher Henshilwood aus Kapstadt im US-Wissenschaftsjournal „Science“.

Die erbsengroßen Schneckenhäuser sind alle an der Oberseite durchbohrt und haben an bestimmten Stellen Abnutzungsspuren, wie sie beim Tragen durch das Scheuern auf Haut oder Fell entstehen, heißt es in der dpa-Meldung. Das Wissenschaftlerteam geht davon aus, dass die damaligen Künstler bereits eine ausgeprägte Sprache hatten, um die symbolische Bedeutung des Schmucks anderen zu vermitteln. Bisher hatten Muschelschmuck aus der Türkei sowie bearbeitete Straußeneier-Schalen aus Kenia im Alter von rund 40 000 Jahren als älteste Schmuckstücke der Welt gegolten.

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