Neue Belege von Eiszeitkunst auf der Alb

Tübingen (dpa) – Archäologen der Universität Tübingen haben auf der Schwäbischen Alb neue spektakuläre Belege von Eiszeitkunst entdeckt. Nach Angaben vom Freitag, 12. Dezember 2003 sind drei Skulpturen aus Mammutelfenbein, ein Pferdekopf, ein Wasservogel und ein kleiner „Löwenmensch“, älter als 30.000 Jahre.

„Sie zählen damit zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit“, betonte Professor Nicholas Conard. Die Funde bei Schelklingen seien ein neuer Beweis, dass an der oberen Donau ein Zentrum der Kulturentwicklung gelegen habe.

Auch die jüngsten Entdeckungen stammen aus der Höhle „Hohle Fels“. Sie gilt schon seit Jahren als besondere Fundgrube mit ständig neuen, Aufsehen erregenden Hinweisen auf Steinzeitmenschen in Mitteleuropa.

Conard leitet das Grabungsteam des Tübinger Instituts für Ur- und Frühgeschichte. Einzelheiten der aktuellen Entdeckungen sollen am kommenden Donnerstag (18. Dezember) am Fundort und danach im benachbarten Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren präsentiert werden. Eine Ausstellung mit den neu entdeckten Skulpturen beginnt einen Tag später im Museum von Blaubeuren.

Der Archäologe Conard hatte erst im August 2002 eine kleine Vogelstatue aus Mammutelfenbein der Öffentlichkeit präsentiert. Das Alter dieses Fundstückes aus der Höhle „Hohle Fels“ wird auf 35.000 Jahre geschätzt. Somit gilt dieses Objekt als eines der ältesten weltweit bekannten Kunstwerke. In der Höhle entdeckten Forscher außerdem viele andere Kunstwerke aus Elfenbein und Schmuckobjekte. Hinzu kamen Herstellungsabfälle aus einer Werkstatt, Steinartefakte und Werkzeug aus organischem Material.

Das möglicherweise älteste bekannte Musikinstrument der Welt stammt aus der Geißenklösterle-Höhle bei Blaubeuren: Die etwa 35.000 Jahre alte Flöte aus dem Flügelknochen eines Singschwanes wurde bereits vor 72 Jahren ausgegraben. Auch ein großer „Löwenmensch“ gehört zu den Funden aus alten Höhlen der stark verkarsteten Alb.

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