Das Jahresheft 1996 der Arge Grabenstetten
Seite 47-48 / Grabenstetten 1997
GAP 1996
Kurze Zusammenfassung, erstellt aufgrund der Berichte der Speleogruppe
Letmathe von Thilo
Müller
Einleitung
Das Jahr 1996 sah auf dem Gottesacker, im Gegensatz zur Forschung
im Toten Gebirge, leider fast nur Ausfälle. Diese waren wetterbedingt
und führten dazu, daß lediglich eine Forschungswoche
im Juli von der Speleogruppe Letmathe (SGL) stattfinden konnten.
Alle anderen Touren, also auch alle von der Arge geplanten, fanden
nicht statt.
Deshalb habe ich mir von Stefan Niggemann (SGL) die freundliche
Erlaubnis geholt, aus ihren Berichten einen kurzen Extrakt zu ziehen,
damit auch bei uns im Süden der aktuelle Stand der Forschung
auf dem GAP bekannt ist. Wer an den ausführlichen Berichten
der SGL interessiert ist, sei auf deren Jahresberichte verwiesen,
die ebenfalls im Winter/Frühjahr 1997 erscheinen sollen.
Die Forschungswoche der SGL vom 20.-26. Juli 1996
Bei meist gutem Wetter hatten Nikolaus Brandau, Annemarie und Wolfgang
Brüser, Markus Freyt, Frauke Gehrig, Witold Grebe, Jens Klusmann,
Fritz Mammel, Olaf Neumann, Stefan Niggemann und Verena Riedel ihr
Lager in der Bergstation des Ifen 2000 Liftes aufgeschlagen. Gleich
am ersten Forschungstag (21.7.) findet die Mannschaft in der Spitzeckhöhle
(1127/34, GAP 23) den erhofften Durchstieg bis auf das aktive Niveau.
Mehrere, z.T. großräumige Gänge und Canyons werden
in den folgenden Tagen entdeckt und bearbeitet. Kräftiger Luftzug
und der Bach zeigen an, daß es viel zu entdecken gibt. Probleme
ergeben sich, weil der Wasserlauf teilweise canyonartig in die den
Schrattenkalk unterlagernden Drusbergschichten eingeschnitten ist.
Diese Canyons lassen sich aufgrund der Brüchigkeit der Drusbergmergel
kaum klettern.
Am 24.7. wird in der Nähe der Spitzeckhöhle das Kellerloch
(1127/39) geöffnet und in den folgenden Tagen ebenfalls erforscht.
Über Engstellen gelangen sie in eine größere Halle
bis auf -62m. Weitere Objekte in der näheren Umgebung der Spitzeckhöhle
wurden gefunden und teilweise die Eingänge eingemessen.
Die neuen Höhlen und Höhlenteile
In der 1127/34 Spitzeckhöhle (GAP 23) konnte der 45m Direktschacht
"Schreihals", nach dem anfänglichen teilweise labyrinthartigen
Eingangsschachtsystem (Murmelschächte, Sauerländer Schacht,
Donnercanyon), befahren werden. Über ihn erreicht man den aktiven
Teil der Höhle mit mehreren Fortsetzungen. Die Drusberghalle
ist mit 30 x 8 x 15 Metern der größte Raum der Höhle.
In sie tritt der Höhlenbach über einen Canyon ein, welcher
jedoch wegen der Brüchigkeit der Mergel nur schwierig zu befahren
ist. Bachabwärts wurde die Vermessung auf offener Strecke wegen
Zeitmangels abgebrochen, ebenso die Vermessung mehrerer weiterer
offener Gangfortsetzungen. Luftzug herrscht an mehreren Stellen
vor, z.T. kräftig.
Die Gesamtganglänge beträgt 501 m bei einer Tiefe von
-134 m. Das Potential dieser Höhle verspricht noch einiges.
Das 1127/39 Kellerloch (GAP 92) wurde 1996 neu entdeckt, nachdem
der Eingang vom sperrenden Versturz befreit wurde. Es handelt sich
um eine schräg in die Tiefe ziehende, mit Engstellen, Canyons
und größeren Hallen versehene Höhle. Sie liegt nur
100m nordöstlich der Spitzeckhöhle und noch einiges unterhalb
dieser. Die Länge beträgt 142 m, die Tiefe -62 m. Die
Höhle besitzt weiteres Potential, ist jedoch aufgrund diverser
Engstellen nicht einfach zu befahren.
Weiter wurden GAP 91 und GAP 93 entdeckt, jedoch wegen Zeitmangel
noch nicht näher bearbeitet. Es handelt sich dabei um einen
ca. -27 m tiefen Schacht (GAP 91) mit Fragezeichen und um eine horizontale
Höhle unterhalb des Kellerlochs (GAP 93), die bewettert ist
und ebenfalls sehr interessant zu sein scheint.
[Stand: 10/2003]
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