ARGE Höhle und Karst Grabenstetten e.V.

Forschung Grabenstetter Großhöhle

(Text aus: Besucherinfo Falkensteiner Höhle, Grabenstetten, 1996, S. 9)

Südlich des Eingangs der Falkensteiner Höhle und etwa 150 Meter talabwärts liegt linkerhand ein kleiner Felskessel, wo sich hinter der oberen Kante eines Felsens der winzige Eingang des Elsachbröllers versteckt. 1956 war Höhlenforschern aufgefallen, daß nach starken Regenfällen aus dem damals hinter Geröll und Schutt verborgenen Eingang große Wassermassen unter starkem Geräusch austraten. Der Name Bröller ist auf "brüllen" zurückzuführen und hat sich als Name für solche unberechenbaren Quellhöhlen eingebürgert. 1961 legten Stuttgarter Höhlenforscher den Eingang frei und drangen mehrere hundert Meter in die durchweg äußerst enge und verschlammte Höhle ein. Trotz den im Vergleich zur Falkensteiner Höhle wesentlich kleiner dimensionierten Gängen, stellte man bald die Vermutung auf, daß beide Höhlen früher ein einziges System gebildet hätten. Dieses sei durch den rückschreitenden Einschnitt des Elsachtales in zwei hydrologisch unabhängige Teile getrennt worden. Der dann 1976 entdeckte großräumige "Urfalkensteiner Gang" bestätigte diese Vermutung. Heute wird der enge Eingangsbereich als Seitenast der damaligen Großhöhle angesehen und der "Urfalkensteiner Gang" als deren südliche Fortsetzung.

Auf der dem Bröllereingang gegenüberliegenden südlichen Bergnase liegt hangaufwärts der Wadelbrunnen, ein etwa zwei Meter tiefes und mannsbreites Loch im Waldboden, das an seinem Grunde wenige Meter horizontal weiterzieht und sich dann in unbefahrbar engem Blockwerk verliert. Bei Hochwasser schießt eine pilzförmige Fontäne aus dem Eingang und rauscht dann als kleiner Wildbach talabwärts. Es ist sicher, daß der Wadelbrunnen einen Überlauf oder Notausgang für das Hochwasser im "Urfalkensteiner Gang" bildet. Südlich vom Wadelbrunnen liegt im Hangschutt eine weitere periodisch aktive Quelle, die jedoch noch nicht näher untersucht wurde.

Im Büchelbrunner Tal, einem kleinen Seitental der Elsach, liegt der Büchelbrunner Bröller. Diese 430 Meter lange und äußerst schwierig zu befahrene Höhle ist eine weitere Kandidatin für eine mögliche südliche Fortsetzung der Grabenstetter Großhöhle.

[Stand: 01/2009]